Decadence - 3rd Stage Of Decay - Cover
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Decadence 3rd Stage Of Decay


  • Label: Massacre/Soulfood
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Das dritte Stadium der Verwesung“ - Was für ein schöner Albumtitel. Die Sängerin der schwedischen Thrash Truppe Decadence nennt sich Metallic Kitty – Auch nicht übel. Ebenfalls nicht von schlechten Eltern ist ihre Performance als rotziges Ungetüm, das den Text nur so aus sich herauskotzt und den männlichen Vertretern in diesem Genre in keiner Weise hinterher hinkt. Einige Abstriche gibt es dafür im Soundgewand, das Kenneth Lantz (Gitarre), Joakim Antman (Bass) und Erik Röjas (Schlagzeug) dem metallischen Kätzchen zum Herumtollen gegeben haben.

Zwar sind die düster angelegten, zwischen Death und Thrash pendelnden Tracks von abwechslungsreichem Songwriting durchsetzt, dafür hat Saitenzupfer Kenneth und Drummer Erik in den schnelleren Passagen das eine oder andere Mal Mühe mitzuhalten, was aber letztendlich nicht ins Gewicht fällt (es geht nur zu Beginn der Platte wirklich flott zur Sache) und womöglich auch durch die raue Produktion unnötig verstärkt wird. Dieser minimale Negativpunkt wird nämlich ohnehin durch die fabelhaften Spannungsbögen eines „Theatre of the absurd“, „Sculpture“ oder dem Titeltrack des dritten Werkes der Schweden ausgemerzt und wer anfänglich auf Kriegsfuß mit der stimmlichen Darbietung von Miss Kitty steht, der soll ihr einfach etwas Zeit geben. Spätestens ab der Hälfte des Albums wird man dann wissen, wieso ihre Shouts und Growls aus einer Mischung von Angela Gossow (Arch Enemy) und Candace Kusculain (Walls Of Jericho) unverzichtbar sind und weswegen sie nicht gegen ein männliches Pendant ausgetauscht wurde.

Am unbegreiflichsten ist allerdings, dass Decadence bis zu „3rd stage of decay“ noch keinen Plattenvertrag hatten und erst jetzt in Japan bei Spiritual Beast und in Deutschland bei Massacre Records untergekommen sind, obwohl die abwechslungsreich gestalteten Tracks den Vergleich mit vielen anderen Bands mit Signing keineswegs zu scheuen brauchen, geht man mal davon aus, es hätte mit der Labelsuche wieder nicht geklappt. Glücklicherweise sieht es nun aber anders aus und die vier Schweden dürfen ins heimische Wohnzimmer gelassen werden um den Hörer mit der progressiven Schlagseite eines „Endgame“, den kontrollierten Wutausbrüchen „Corrosion“, „Claustrophobia“ und „Invert“ oder den bereits erwähnten stimmungsvollen Stücken „Theatre of the absurd“ und „Sculpture“ zu verzücken.

Anspieltipps:

  • Invert
  • Sculpture
  • Claustrophobia
  • Theatre Of The Absurd

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