Terenzi - Black Roses - Cover
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Terenzi Black Roses


  • Label: X-Cell/Universal
  • Laufzeit: 55 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Marc Terenzi war der kleine, lustige, radebrechende Schlumpf in der ProSieben Doku-Soap „Sarah & Marc crazy in Love”, in der jeder sehen konnte, wie er unter dem Pantoffel seiner Frau Sarah Connor steht. Dabei hat er doch eine eigene Karriere und inzwischen auch eine „richtige“ Band am Start, mit der er durchstarten will. Das zweite Album unter seinem Namen, „Black Roses“, soll es zeigen. Aber bereits mit der ersten Singleauskopplung kommen einem an diesem Plan erste Zweifel.

Wenn einem gar nichts mehr einfällt, so heißt es, covert man einfach Songs von Michael Jackson. Die kennt jeder, da kann nichts schief gehen. Doch so gaga wie Marc Terenzi hat sich wohl noch niemand über diese Aufgabe hergemacht. Er schnappte sich Jackos „Billie Jean“ und machte daraus eine schwerfällige Ballade, die zwischendurch mehr nach Metallicas Superhit „Nothing else matters“ klingt, als nach dem 80e-JahreDance-Kracher. Verrückt? Ja! Und auch irgendwie genial. Aber am Ende ist es halt auch nur eine Coverversion von vielen.

Dabei ist der Ansatz gar nicht so verkehrt. Schließlich will Terenzi ein harter Rocker sein, wenn man ihn so im Fernsehen sieht. Doch Pustekuchen! Mit seiner Musik bleibt er auch auf „Black Roses“ seinem braven Boygroup-Image (er war Mitglied der aufgelösten Natural) und damit einer total gruseligen Art weichgespülter Pseudo-Rockmusik im The-Rasmus-Stil (deren neues Album übrigens auch „Black Roses“ heißen wird) treu. Da dürfen die Gitarren hin und wieder ganz tief im Keller braten („Nowhere to run“) oder hymnische Refrains angestimmt werden („Every little thing you do is right“). Dazu klimpert immer wieder ein Gothic-Keyboard aus der HIM-Abteilung („Breakout“), während wenigstens der Balladenanteil erfreulich gering ist. Doch hängen bleiben möchte davon freilich nichts. Dazu klingt hier alles viel zu beliebig und konturlos.

Neben Marc Terenzi ist für diesen Sound Keyboarder Benny Richter verantwortlich, der schon Alben von Caliban und den Emils Bulls produzierte und eigentlich wissen müsste, wie Rockmusik zu klingen hat. So nämlich nicht! Die wenigen härteren Riffs werden in der Abmischung durch fluffige Wattebäuschen abgefangen und die Drums plätschern irgendwo im Hintergrund herum. Genauso stumpf und breiig werden Songs durch den Wolf gejagt, wenn sie ohne wehzutun im Radio laufen sollen. Sorry, aber wer sich so was auf CD kauft, dem kann nicht mehr geholfen werden.

Marc Terenzi ist und bleibt ein total sympathischer Typ, mit seiner Musik setzt er sich aber zwischen alle Stühle. Für Popmusik kommen einen Tick zu viele Gitarren darin vor und für Rockmusik ist der Sound einfach zu glattpoliert. Zusammengenommen ist das alles viel zu durchschnittlich, um einen Hering vom Teller zu ziehen. Mensch, Terenzi, lass doch mal die Sau raus!

Anspieltipps:

  • Billie Jean
  • Wish you were here
  • Let’s make this last forever

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