Bizzy Montana - M.a.d.U. II (Mukke Aus Der Unterschicht) - Cover
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Bizzy Montana M.a.d.U. II (Mukke Aus Der Unterschicht)


  • Label: Ersguterjunge/SonyBMG
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Rapper und HipHop-Produzent Daniel Constantin Maximilian Ott alias Bizzy Montana (25) aus dem ersguterjunge-Stall, präsentiert nach seinem 2007er Debütalbum den zweiten Teil seiner „Mukke aus der Unterschicht“. Wie meinen, der Herr? Unterschicht? Ghetto? Gossen-Rap? Wie glaubwürdig ist das? Denn inzwischen wissen wir, dass deutsche Rapper gerne mit einer Street Credibility kokettieren, die oftmals frei erfunden ist. Doch im Fall von Bizzy Montana könnet man sie ausnahmsweise einmal glauben.

Der Rapper aus dem Breisgau lebt nach eigenen Angaben in Berlin-Friedrichshain in einer 2-Zimmerwohnung und trinkt (wenn man aktuellen Interviews Glauben schenken darf) ungefähr sieben bis elf Bierchen am Tag. Okay, das klingt nicht wirklich nach Luxusleben, aber auch nicht nach sozialer Endstation. Warten wir einfach ab, wie es weitergeht. Denn kommerziell hat Bizzy Montana ganz gewiss noch Luft nach oben. Trotz einiger Gastbeiträge auf Alben von Chakuza, Saad und D-Bo tummelten sich seine Veröffentlichungen bisher nur in den unteren Regionen der Charts. Aber diese Art der Anerkennung scheint dem 25-Jährigen auch nicht wichtig zu sein. Bizzy sagt: „Ich brauche keinen Hit zu landen. Mir ist Erfolg wirklich nicht so wichtig. Ich liebe Musik zu sehr, als dass ich mich davon abhängig machen lasse“.

Auch das ist man geneigt dem Rapper abzunehmen. Denn inhaltlich ist „Mukke aus der Unterschicht II“ ein Album geworden, das – wie man in der Szene so sagt – ziemlich deepe Lyrics hat. Natürlich gibt es hier und da Battletracks wie „Fabelhaft“ oder einen Diss („Was ihr redet“), doch überwiegend zeichnen sich die 14 Tracks durch intensives Storytelling („Kleiner Bruder“, „Entweder oder“, „Das Mädchen aus dem Balkan“, „Lala“) und Beats und Melodien aus, die sich abwechslungsreicher als auf so mancher Konkurrenzveröffentlichung gestalten. Da wäre z.B. „Kopf hoch“, das mit einem schönen Piano-Loop im Mike-Oldfield-Stil unterlegt ist oder „Leuchtturm“, in dem dezente E-Gitarren zu hören sind.

Was man überhaupt nicht für möglich gehalten hätte: Dieses Album wird tatsächlich NICHT durch ein Bushido-Feature gepuscht. Aber durch die Produktion von DJ Stickle und Beatlefield und Gäste wie Chakuza und Raf Camora kann auch bei „Mukke aus der Unterschicht II“ von einem typischen ersguterjunge-Sound gesprochen werden. Gleichwohl zählt „M.a.d.U. II“ zu den besseren Rap-Alben des Jahres, weil man den Texten von Bizzy Montana zuhören kann, ohne Gefahr zu laufen bekloppt zu werden und weil es nicht mit monotonen Beats auf den Geist geht.

Anspieltipps:

  • Lala
  • Kopf hoch
  • Stunde null
  • Was ihr redet
  • Entweder oder
  • Kleiner Bruder
  • Das Mädchen aus dem Balkan

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