Howard Carpendale - 20 Uhr 10: Live - Cover
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Howard Carpendale 20 Uhr 10: Live


  • Label: Koch Records
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5/10 Unsere Wertung Legende
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„20 Uhr 10 Live“ kommt als pickepacke volle Doppel-CD, die nicht nur die bekannten Gassenhauer von Herrn Carpendale enthält.

Der am 18. September 2007 live im deutschen Fernsehen verkündete Rücktritt vom vier Jahre zuvor erklärten Rücktritt von der Showbühne kam überraschend. Doch ein Jahrzehnte erfolgreicher Vollblutsänger wie Howard Carpendale (62) braucht eben das Kribbeln vor einem Auftritt und das Gefühl vor Publikum zu singen. Der Titel des im November 2007 veröffentlichten Comeback-Albums drückte dies kurz und prägnant aus: „20 Uhr 10”. Denn das war für gewöhnlich die Uhrzeit, zu der Howard Carpendale auf die Bühne ging. Dass auch seine Fans für ein Comeback bereit waren, zeigten die Zahlen rund um die „20 Uhr 10“-Veröffentlichung. Nach nur vier Verkaufstagen hatte das Album eine Goldene Schallplatte eingefahren und die Tour war mit 100.000 Besuchern ausverkauft.

Das Album „20 Uhr 10“ ist musikalisch und inhaltlich sicher eines der gelungensten in der Karriere des Südafrikaners, der sich selbst nie als Schlagerbarde gesehen hat. Und in der Tat verschwimmen die Grenzen zwischen Pop und Schlager in den von Hans Joachim Horn-Bernges und André Franke genial auf den Leib von Howard Carpendale geschriebenen Songs. Einige davon (u.a. „Hi“, „Goodbye America“, „Eine Nacht in New York City“, „Du fehlst“, „Wenn ich könnte wie ich wollte“) stellen nun das Gerüst der vorliegenden Live-Aufnahme dar, die am vorletzten Tournee-Tag, am 2. Mai 2008, in der SAP-Arena in Mannheim aufgenommen wurde.

„20 Uhr 10 Live“ kommt als pickepacke volle Doppel-CD, die nicht nur die bekannten Gassenhauer von Herrn Carpendale enthält („Ti amo“, „Tür an Tür mit Alice“, „Hello again“, „Dann geh doch“), sondern jede auch noch so kleine Möglichkeit nutzt, dem Hörer eine Hit-Melodie nach der anderen um die Ohren zu jagen. Und zwar in Form von Coverversionen, die ungewöhnlich zahlreich vertreten sind. Als da wären: Die Diane-Warren-Kompositionen „Nothing’s gonna stop us now“ (Starship) und „I don’t want to miss a thing” (Aerosmith), „Let me entertain you” (Robbie Williams), „Simply the best” (Tina Turner), „It’s a heartache” (Bonnie Tyler), „Ruf mich an/Life is a rollercoaster” (Ronan Keating), „Music” (John Miles), „Suspicious minds” (Elvis Presley) und „Ich war noch niemals in New York” (Udo Jürgens).

Dieses Riesenaufgebot fremder Titel verwässert den Eindruck des Howard-Carpendale-Konzerts leider, da es mehr an eine Jukebox erinnert, als an eine authentische Show. Aber vielleicht ist das ja auch das Konzept der Zukunft. Der Konzertbesucher bekommt nicht mehr – wie früher – zwei Dutzend (oder mehr) eigene Hits angeboten, sondern eine überschaubare Menge, gewürzt mit immer wechselnden Überraschungssongs anderer Acts. Müsste man mal drüber nachdenken. Ansonsten gibt es an „20 Uhr 10 Live“ nicht viel auszusetzten. Der Sound ist in Ordnung, die Musiker von hoher Qualität und die Stimmung in der Halle ebenfalls nicht zu verachten. Alles in allem also ein hübsches Andenken an ein erstaunliches Comeback, mit einem zugegebenermaßen unerwartet starken Studioalbum.

Anspieltipps:

  • Ti amo
  • Hello again
  • Suspicious minds
  • Goodbye America
  • Eine Nacht in New York City
  • Ich war noch niemals in New York

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