Philipp Poisel - Wo Fängt Dein Himmel An - Cover
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Philipp Poisel Wo Fängt Dein Himmel An


  • Label: Ferryhouse/WEA
  • Laufzeit: 57 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Philipp Poisel, geboren 1983 in Ludwigsburg, ist wohl DIE Entdeckung des laufenden Musikjahres, vielleicht nicht nur was den deutschsprachigen Pop angeht. Sein Gespür für Melodien, seine wunderbaren Geschichten über das Auf und Ab des Lebens sowie seine soulig warme, manchmal unvergleichlich brüchige Stimme machen es dem Hörer, entgegen der Aussage in der Presseinfo, einfach, sich auf den jungen Mann mit gehöriger Lebenserfahrung einzulassen. Da das Unbekannte ihn unnachgiebig anzieht, trampte er durch Osteuropa und verdiente sein Geld mit Gitarre und Gesang. Kalte Nächte und wenig Schlag ließen ihn nicht an seinem Vorhaben zweifeln, war doch die Sehnsucht nach dem Unbekannten, Unentdeckten und der Umstand, Geld für etwas Essbares zu erspielen wichtiger.

Seinen heutigen Produzenten Frank Pilsl lernte Philipp in einem Stuttgarter Café kennen und da das Team prächtig harmoniert, starten sie Ende 2006 mit den Aufnahmen zum Debütalbum. Bevor er das Werk auf seinem eigenen Label Holunder Records herausbringen kann, bekommt Herbert Grönemeyer Wind davon und so überzeugt der junge Schwabe auf einem spontan organisierten Konzert Ende 2007 vollends Grönemeyer, was in einem Vertrag mit dessen Grönland Label mündet. Als Support für eben diesen, Maria Mena, Ane Brun und Suzanne Vega macht sich Philipp Poisel live einen guten Namen, die Radios nehmen Witterung auf und nun endlich erscheint das Debütwerk „Wo Fängt Dein Himmel An?“.

Zarte Streicher, rhythmisch ausgereifte Percussions und der melancholische Gesang machen den Titeltrack, der bereits als Single veröffentlicht wurde, zu einem großartigen Opener, der nicht zuletzt auch von wohligen Akustikgitarren lebt. Berührende, zeitlose Arrangements voller Wehmut sowie Aufbruch und Texte entwaffnender Echtheit begleiten das fast einstündige Debüt, wobei die Ausrichtung zwischen Singer/Songwriter, Soul oder einfach „nur“ tief berührendem Pop mit Hit-Appeal, aber vor allem Gefühl, pendelt. Gänzlich unpeinlich werden Beziehungsszenarien dargestellt, die von wärmender Sehnsucht leben und sich in wunderbaren Bildern von Natur darstellen.

Doch es sind nicht nur die leisen Töne, die begeistern, sondern auch die befreienden, schnelleren Parts, zum Beispiel bei „Als Gäb´s Kein Morgen Mehr”, welches nahezu rasant zum Tanz lädt und bei “Ich Und Du” oder “Wer Braucht Schon Worte”, wo der sonnige, beschwingte Pop an Surferboys vom Schlag eines Jack Johnson erinnert. Wie man es auch dreht und wendet: Philipp Poisel versteht es, jeden Akzent seiner warmen Musik prächtig umzusetzen und lässt einen schon schnell nicht mehr los. Man möchte mehr von dieser lieblichen Atmosphäre aufsaugen und in ihr stundenlang versinken. Vorgelegt hat Herr Poisel schonmal. Jetzt ist es an den Hörern, diesen Genuss aufzunehmen!

Anspieltipps:

  • Wo Fängt Dein Himmel An
  • Ich Und Du
  • Herr Reimer
  • Wer Braucht Schon Worte
  • Durch Die Nacht

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