Mint - Hinterland - Cover
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Mint Hinterland


  • Label: India/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus dem belgischen „Hinterland“, genauer gesagt aus Limburg in der östlichen Provinz der Region Flandern, stammt die Indie-Pop-Band Mint, die durch einen alt-bewährten Kniff in den Charts Fuß fassen will: Sie hat einen Song an die Werbeindustrie verkauft, wie vor ihr schon Robin Beck („First time“), The Dandy Warhols („Bohemian like you“), Feist („1234“), Yael Naim („New soul“) und jüngst Gabriella Cilmi („Sweet about me“). Eine bessere Promotion abseits von MTVIVA und dem guten, alten Radio gibt es nämlich nicht. Und so schwappt das Lied „Your shopping lists are poetry“ im Jubiläumsspot einer großen, deutschen Kaufhauskette direkt in die Wohnzimmer der Konsumenten, die sich mehr für den Song, als für eine Shopping-Tour interessieren.

Mint hatten ihre Geburtsstunde im Jahr 2000, als sie es bei einem Rock-Wettbewerb bis ins Finale schafften und die Aufmerksamkeit der Musikfachleute auf sich zogen. Nach ersten Demos erschien 2004 das Debütalbum „Echoes From The Engine Room“, gefolgt von „Magnetism“, zwei Jahre später. Das Zweitwerk entwickelte sich durch erfolgreiche Singleauskopplungen zu einem veritablen Indie-Hit und der Song „Your shopping lists are poetry” schaffte es sogar in die Playlists amerikanischer Colleges. Jetzt ist er auch bei uns gelandet, nämlich in der TV-Werbung und als Bonus Track auf dem dritten Mint-Album „Hinterland“.

„Hinterland“ zeichnet sich als typisches Indie-Pop/Rock-Album mit rauer Schale und weichem Kern aus. Das Quintett um Mastermind Erwin Marcisz schwelgt gerne und oft in poppigen Melodien mit elektronischer Unterstützung („Brand new toy“), nähert sich entfernt den Beatles an („White line“), gibt extrem fragiles Akustikliedgut zum Besten („VR The friendly voice“), macht auf fröhlichen Power-Pop („I save my smiles“) und lässt aber auch mal eine rechte Rock’n’Roll-Gerade ins Ziel schnellen („Giving blood to machines“). Das ist gewiss nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich beeindruckend. Denn der Hörer ist knapp bei Kasse, verwöhnt sowieso und giert nach Neuem und nicht zwingend nach Bands, die sich musikalisch ca. Ende der 90er Jahre auf der britischen Insel einsortieren lassen.

Anspieltipps:

  • I save my smiles
  • Giving blood to machines
  • Your shopping lists are poetry

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