Peter Maffay - Ewig - Cover
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Peter Maffay Ewig


  • Label: Ariola/SonyBMG
  • Laufzeit: 58 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ewig“ hätte durchaus ein gutes bis sehr gutes Album werden können, wären da nicht die Texte und zwei, drei musikalische Stinker.

Mit dem ostfriesischen Gitarristen Carl Carlton (53) ist der „Mister Rock’n’Roll” in die Band von Peter Maffay zurückgekehrt – leider macht sich das auf dem neuen Album namens „Ewig“ nicht nachhaltig genug bemerkbar, obwohl es sich ohne Frage in die lange, erfolgreiche Liste klassischer Solowerke einreihen wird, die seit 40 Jahren mit kernigen Rocksongs und melodischen Balladen ein Massenpublikum begeistern (u.a. ein Dutzend Nummer-1-Alben, über 40 Millionen verkaufte Tonträger).

Ähnlich wie Deutsch-Rock-Kollege Udo Lindenberg (62), greift der 59-Jährige gerne auf externe Songwriter und Texter zurück, die ihm seine Lieder auf den Leib schreiben. Diesmal hat sich Maffay neben den unvermeidlichen Lukas Hilbert (Blümchen, Yvonne Catterfeld, Udo Lindenberg, Die Prinzen) und Alex Christensen (Fady Maalouf, Tom Jones, ATC, Michael Bolton) den jungen, schwedischen Erfolgsproduzenten Patrick Berger (Hilary Duff, Sandra Nasic, Empty Trash) ins Boot geholt. Einen moderneren Anstrich erhält „Ewig“ dadurch allerdings nicht. Verantwortlich für die meisten Texte ist Moderatorin und Buchautorin Beatrice Reszat, die den armen Peter mehr als einmal auf gefährlich kitschiges Schlagerterrain schickt, auf dem er sich dann mit viel zu hoher Stimmelage abmühen muss („Ich will nicht alleine sein“).

Nachdem Peter Maffay zuletzt gleich zwei Konzeptalben hintereinander herausbrachte („Begegnungen 2: Eine Allianz für Kinder“, 2006, „Frohe Weihnachten mit Tabaluga“, 2007), ist nun wieder „normale“ Kost angesagt. Dennoch überrascht Maffay mit einem ungewöhnlich leisen und zerbrechlichen Song, den man sich überall, nur eben nicht als Album-Opener vorstellen kann („Schnee der auf Rosen fällt“). Aber siehe da, es geht es und erzeugt Spannung, die auch bitternötig ist. Denn mit „Der Mensch auf den du wartest“ und „Es gibt zum Glück noch die Liebe“ serviert Peter Maffay nur gediegenes Mittelmaß, ehe mit „Die Liebe bleibt“ die erste Breitwandballade aus den Boxen knallt.

Aber da hat der Hörer bereits den Eindruck gewonnen, dass er es mit einem weiteren Konzeptalbum von Herrn Maffay zu tun haben muss, das sich inhaltlich ausschließlich um Liebe und Zuversicht dreht, was ja prinzipiell nicht schlecht ist, aber auf „Ewig“ in einer penetranten Kinder-Kirchentags-Lyrik vorgetragen wird, die mit Phrasen nur so um sich wirft. Textzitate als Beleg werden von dem peinlich berührten Rezensenten deshalb lieber gar nicht erst angeführt. Dabei funktionieren Titel wie „Wie im Himmel“, „Ich will nicht alleine bleiben“ (mit einem besonders üblen Hera-Lind-Gedächtnistext ausgestattet), „In dir ist immer noch ein Licht“ oder „Meine Welt“ rein musikalisch ohne Fehl und Tadel.

„Ewig“ hätte durchaus ein gutes bis sehr gutes Album werden können, wären da nicht besagte Texte und zwei, drei musikalische Stinker, die unterm Strich dafür sorgen, dass wohl nur die Hardcore-Maffay-Fans mit dieser Platte zufrieden sein werden.

Anspieltipps:

  • Meine Welt
  • Wie im Himmel
  • Die Liebe bleibt
  • In dir ist immer noch ein Licht

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