Amon Amarth - Twilight Of The Thunder God - Cover
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Amon Amarth Twilight Of The Thunder God


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Amon Amarth Fans sind eine im Allgemeinen sehr zufriedene Spezies. Woher ich diese Behauptung nehme? Ganz einfach: Die Schweden veröffentlichen spätestens alle zwei Jahre ein neues Album, blieben sich selbst auf jedem ihrer bisherigen Alben treu, verändern, wenn überhaupt ihrer Musikstil nur in wenigen Nuancen und schaffen so ein ums andere Mal neue Melodic-Deathmetal-Perlen, die sowohl vertraut als auch frisch klingen. Sänger Johann Hegg bestätigt diese These: „Wir haben unseren Sound weiterentwickelt ohne uns zu sehr zu verändern. Wir wollen die Fans nicht verängstigen.“ Und so weist natürlich auch „Twilight of thunder god“ alle typischen Amon Amarth Klänge auf und man fühlt sich vom ersten Ton an wohl in dieser vertrauten Welt rund um die Wikinger.

Mit dem Titelsong steht an erster Stelle gleich ein Kracher und man weiß sofort wieder, warum die Schweden eine der besten Deathmetal-Bands der Welt geworden sind. Die Doublebase fliegt förmlich an einem vorbei, die tiefe Hintergrundgitarre (5 Halbtöne tiefer gestimmt!) gepaart mit den hohen Melodien von Gitarre Nummer 2 sorgen zusammen für den unverwechselbaren Klang und Heggs Growls klingen noch tiefer und extremer als jemals zuvor. Ein kurzes und ebenso kurzweiliges Solo bildet nach einer kurzen Verschnaufpause den Auftakt zum letzten Refrain und Ende. Amon Amarth finden, das muss man ganz deutlich sagen, im Gegensatz zu vielen anderen Bands nahezu immer den perfekten Moment ein Lied zu beenden, ohne dass es zu abgehackt oder zu langatmig wirkt. Das darauf folgende „Free will sacrifice“ lässt die Doublebase etwas in den Hintergrund treten und mach so mehr Platz für Melodien.

In „Guardians of Asgaard“ gibt sich LG Petrov, seines Zeichens Entombed-Sänger, einem Duett mit Hegg hin. Hier finden sich auch einige der tiefsten Growls der Bandgesichte, wobei das Textverständnis an dieser Stelle etwas leidet. „Where is your god“, das wohl brutalste Lied, das Amon Amarth jemals gemacht haben droht einen mit seiner Härte fast zu erdrücken. Eine kleine Perle auf „Twilight of Thundergod“ ist das anschließende „Live for the kill“ für welches niemand geringeres als Apocalyptica verpflichtet werden konnte. Wer jetzt denkt, dass dieser Titel vermutlich kaum noch nach Amon Amarth klingen wird, der irrt sich gewaltig. Denn es ist wirklich erstaunlich, wie dezent die Celli eingebunden werden und wie gut sie mit den Death-Metallern harmonieren. Das Album schließt dann mit dem längsten Lied der Platte: Beinahe sieben Minuten lässt sich das starke „Embrace of the endless ocean“ Zeit, bevor es dann mit „Twilight of Thundergod“ leider schon wieder zu Ende ist.

Amon Amarth haben ein weiteres Mal ein Album geschaffen, mit welchem sie ihre Fans nicht enttäuschen werden. Die Weiterentwicklung allerdings ist auf dem aktuellen Werk ein wenig stagniert. Fand man auf „With oden on our side“ mit „Under the northern star“ noch einen bis dato ungehörten balladesken Song vor, bleiben solche Überraschungen diesmal leider aus. Trotz allem ist „Twilight of Thundergod“ solide Handwerkskunst von einer der besten Death Metal Bands auf dem Planeten. Ich jedenfalls freue mich schon darauf, wenn in ein oder zwei Jahren die nächste Platte ansteht!

Anspieltipps:

  • Twilight of thunder god
  • Where is your god?
  • No fear for the setting sun
  • Live for the kill

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