Bob Dylan - Tell Tale Signs: Bootleg Series Vol. 8 - Cover
Große Ansicht

Bob Dylan Tell Tale Signs: Bootleg Series Vol. 8


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 145 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein großartiges Zeugnis der Einzigartigkeit dieses Künstlers, der momentan am Zenit seines Spätschaffens steht.

Über die BritPopper von Oasis hieß es während ihrer kreativen Hochphase einmal, dass ihre Single-B-Seiten zum Teil besser seien als die regulären Albumtracks. Das ist vielleicht etwas übertrieben, aber ein gutes Indiz dafür, was Musiker auf den Zenit ihres Könnens imstande sind zu leisten. Doch nur wenige schaffen es, irgendwann mal ein ganzes Album mit hochwertigen Outtakes und Raritäten zu füllen.

Nicht so Bob Dylan (67). Der Urvater aller Singer und Songwriter zelebriert den Kult um seltene und unveröffentlichte Aufnahmen bereits seit Anfang der 90er Jahre mit seiner großartigen „Bootleg Series“, die heuer mit „Tell Tale Signs: Rare And Unreleased 1989-2006“ in die achte Runde geht und dabei vorwiegend die Schaffensphase von „Oh Mercy“ (1989), „World Gone Wrong” (1993), „Time Out Of Mind“ (1997), „Love And Theft“ (2001) bis hin zu „Modern Times“ (2006) abdeckt.

Nachdem Dylan in den Achtzigern eine Schwächeperiode durchmachen musste, knüpfte er mit dem „Oh Mercy“-Album wieder an seine alte Stärken an, die mit dem Grammy für „Time Out Of Mind“ den vorläufigen Höhepunkt fanden. Da auch die folgenden Longplayer zu den ganz großen Werken der Singer/Songwriter-Legende gezählt werden müssen, lässt sich leicht kombinieren, dass eine Vielzahl der Demos, Outtakes und alternativen Versionen aus dieser Zeitspanne ebenfalls eine überdurchschnittliche Qualität besitzen müssen. Und genauso ist es! Wie schon bei den vorherigen Ausgaben, befinden sich auf dem Doppelalbum (die Deluxe Edition hat sogar drei CDs) wieder jede Menge hochklassige Songs, die sich leicht zu einem regulären Studioalbum verknüpfen ließen. Aber diese Art von Mogelpackungen gibt es bei Bob Dylan nicht, weshalb das Vorratslager mit fertigen Songs regelmäßig durchstöbert wird.

Das jüngste Ergebnis dieser Inventur sind 27 Songs, die, ergänzt um ein umfangreiches 60-Seiten-Booklet, „ein großartiges Zeugnis der Einzigartigkeit dieses Künstlers, der momentan am Zenit seines Spätschaffens steht“, darstellen (Sony-Produkt-Manager Hanns-Peter Bushoff). Und in der Tat ist es kaum zu erklären, warum es gewisse Songs angesichts ihrer Genialität nicht auf die damaligen Studioalben geschafft haben. In den 80er Jahren hätte Dylan mit nicht wenigen Songs von „Tell Tale Signs“ z.B. so manches schwächere Album locker retten können. Aber wenn das Leben immer so einfach wäre. Freuen wir uns lieber darüber, dass wir jetzt in den Genuss vieler großartiger Songs kommen, die woanders in den Archiven verstauben würden.

Anspieltipps:

  • Ain’t talkin’
  • Born in time
  • Red river shore
  • Most of the time
  • Series of dreams
  • Ring them bells (live)
  • Marchin’ to the city

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
Diskutiere über „Bob Dylan“
comments powered by Disqus