The Script - The Script - Cover
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The Script The Script


  • Label: RCA/SonyBMG
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Kein einziger schwacher Song trübt das Hörvergnügen und wenn The Script so weitermachen, bleibt nur die Klassikerwertung.

Traumatische Erlebnisse verarbeiten Musiker meist am gelungensten in ihren selbst geschriebenen Songs. So erlebte die irische Band The Script bei ihren ersten offiziellen Studioaufnahmen sehr viel Schlimmes, denn es starb nicht nur ganz plötzlich der Vater von Sänger Danny O’Donoghue, sondern auch die Mutter von Gitarrist Mark Sheehan wurde schwer krank und starb. Drummer Glen Power erlitt zudem noch einen schweren Unfall, der zu einer Notoperation am Kopf führte, die er knapp überlebte.

Ganz schön viel auf einmal und so gelang The Script das Kunststück, Popmusik mit ganz viel Gefühl und Seele zu schaffen. Sänger Danny, der mit Gitarrist Sheehan die meisten Songs komponierte, besitzt eine sehr sanfte Stimmefarbe, die Überdurchschnittliches leistet und zeitweise an Police-Frontmann Sting oder an einen schwarzen Soulsänger erinnert. The Script streuen in ihren Popperlen auch ein wenig HipHop und eine Prise Soul hinein, wobei sie sehr geschickt unheimlich eingängige aber keinesfalls einfältige Songs komponieren. Schnurstracks eroberten sie die Chartsposition Nummer Eins in England und daraufhin wurden natürlich auch Vergleiche mit U2 angestellt, deren Management die Band für die Musikwelt endgültig entdeckte.

Es gelingt den drei Musikern eine herausragende Leistung: Gutes Songwriting mit Melodien für Millionen, die überhaupt nicht seelenlos oder mit heißer Nadel gestrickt wurden, verbinden die Iren so geschickt, dass die Konkurrenz vor Neid erblassen muss. Die erste Single „We cry“ gehört nicht einmal zum besten dieser CD, das Niveau der zehn Tracks erreicht nämlich ziemliche Höhen. Da vergehen die knapp 40 Minuten fast zu schnell und der Hörer wird abrupt aus seiner melodieverliebten Welt der irischen Soulpopmusik mit der Prise Rock gerissen. Für den ersten Silberling klingt das schon fast zu gut, die Zukunft der Band scheint angesichts des Talents sehr positiv auszusehen.

Ob das Piano bzw. Keyboard in „Before the Worst“ hörbar eingesetzt und mit etwas rockigeren Tönen operiert wird, erscheint zweitrangig, vor allem der Gesang passt da perfekt hinein und gibt dem ganzen die erwähnte traumwandlerische Eingängigkeit. Man könnte auch schreiben: Hymnen pflastern den Weg von The Script. Die zweite Singleauskopplung „The Man Who Can't Be Moved“ belegt nochmal die Talente der Band: Durchdachte Laut-Leise-Struktur, sehr guter Gesang mit harmonischem Refrainchor und die Präsenz von Schlagzeuger Glen erzeugen einen Track voller Popmusik, der zart rockt und gleichzeitig ins Ohr geht.

Im leichten Gegensatz dazu steht nur das mit Rapeinlage versetzte „Rusty halo“, welches mit flottem Tempo und eben anderem Gesang, der aber unverkennbar nach Danny O’Donoghue klingt, einen zusätzliche Facette der musikalischen The-Script-Welt aufzeigt. Ihre Hip Hop-Erfahrungen tauchen auch noch bei „The end where I begin“ auf und geben der CD weitere musikalische Pluspunkte. Den Schlusspunkt setzt „I'm yours“ und Sänger Danny gibt der Ballade noch einmal starke Emotionen im Übermaß preis, die aber nie kitschig wirken, sondern berühren. Nach jedem Hördurchgang gewinnen die Songs noch mehr Sympathien und gehören damit ohne Zweifel gar nicht zum schlechten Radioeinheitsbrei, der schnell verpufft.

Es bleibt festzuhalten: Kein einziger schwacher Song trübt das Hörvergnügen und wenn The Script so weitermachen, bleibt nur die Klassikerwertung, an der sie haarscharf vorbei geschrammt sind. Aber das Debütalbum ist ja nur der Anfang eines bestimmt erfolgreichen und guten Weges der drei Musiker.

Anspieltipps:

  • Before The Worst
  • The Man Who Can't Be Moved
  • Breakeven
  • Rusty Halo
  • The end where I begin

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