Early Grave - Tomorrow I am You - Cover
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Early Grave Tomorrow I am You


  • Label: Rising Records/SPV
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon witzig, mit welcher Dreistigkeit einem die Künstler und Labels heutzutage für dumm verkaufen wollen. Melanie C. meint ihr letztes Album „This time“ (03/2007), das mit radiokonformem Einheitsbrei gefüllt ist, wäre „very fresh“, die vor gemäßigter Langeweile strotzende Reunionplatte „Forth“ von The Verve sei eine „belebende Mischung der bisherigen Alben“ und jetzt erklärt das englische Indie-Label Rising Records das Debüt „Tomorrow I am you“ der Jungspunde von Early Grave hätte eine „furztrockene Produktion“ bekommen. Ich wusste gar nicht, dass dieser Terminus mit Soundmatsch ohne erkennbare Höhen gleichzusetzen wäre, denn nichts anderes ist dieser schlechte Witz, den die bestenfalls auf Probeaufnahme-Niveau eingespielten Tracks von Jordan Butler (Gesang), Josh Morgan (Gitarre, Gesang), Russ James (Bass, Gesang) und Sean Ruane (Schlagzeug) sind.

Dabei ist das zum Glück schon das größte Ärgernis an „Tomorrow I am you“. Das zwischen 16 und 18 Jahre alte Junggemüse brettert mit einer brachialen Breitseite aus den Boxen, dass es sich gewaschen hat. Leider gehen die durchaus anständigen Songideen meistens im Klangbrei unter, sodass gelegentlich nur erahnt werden kann, wie heftig der Breakdown jetzt einschlagen hätte sollen. Trotzdem knallen Early Grave mit einer Mischung aus Death, gelegentlichen Hardcore-Ausbrüchen und wohl durchdachten Songstrukturen ordentlich in die Fresse, was mehr als ein positives Zeichen für die Zukunft der Truppe ist.

Shouter Jordan könnte seine Wutausbrüche vielleicht etwas weniger heiser gestalten und an seinen Growls arbeiten, aber im Großen und Ganzen braucht sich „Tomorrow I am you“ (abgesehen von der Produktion) nicht vor der Konkurrenz verstecken. Der klar gesungene Refrain in „Dead to me“ wirkt zwar etwas unentschlossen und die Halbballade „This day she reigns“ aufgesetzt, aber bei einem Altersdurchschnitt von 17 darf an der Feinabstimmung gerne noch etwas Zeit investiert werden. Das gilt natürlich auch für die Abmischung, die sich selbst nach mehreren Durchgängen negativ auf den Hörgenuss auswirkt. Wem das allerdings nichts ausmacht, darf sich gerne den einen oder anderen Punkt dazudenken.

Anspieltipps:

  • No Excuses
  • As Thick As Thieves
  • You Won´t Live To See Sunrise

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