Mia. - Willkommen Im Club - Cover
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Mia. Willkommen Im Club


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

MIA aus Berlin veröffentlichen ihr mittlerweile viertes Album. Die Elektropopper heißen „Willkommen im Club“ – und der Name ist Programm! „Verlass dich nur auf mein Gefühl und deine Sinne“ kündigt der Opener textlich und musikalisch an, dass von MIA auch im Jahr 2008 vorwiegend tanzbare, melodieselige Fröhlichkeit zu erwarten ist. Es braucht nicht viele Töne um festzustellen, dass sich nicht viel verändert hat im musikalischen Kosmos der noch jungen Band um Sängerin „Mieze“. Warum auch, führte doch das einfache musikalische Konzept zu großen Erfolgen, welche die Vorabsingle „Mein Freund“ mit dem höchsten Charteinstieg der Bandgeschichte noch einmal steigern konnte. Durchaus zu Recht, komprimiert doch dieser Song virtuos sämtliche Stärken Mia’s auf 4:40 Minuten Spielzeit und gerät mit eingeschobenem Walzer und verhältnismäßig komplexen Songstrukturen zum vergnüglichen Hörerlebnis.

Unglücklicherweise scheint das kreative Potential jedoch mit diesem feinen Stück Musik bereits ausgeschöpft. Keines der weiteren zehn Lieder reicht auch nur annähernd an die euphorische Verspieltheit dieses wahrlich guten Freundes heran. Stattdessen gerät der konzeptionell angelegte Abend im Club zu einer äußerst zähen Veranstaltung, genügt sich die Playlist doch in der vorsichtigen Variation des ewiggleichen Themas. Und auch wenn Sängerin Mieze in „Mausen“ behauptet: „Meine Texte lassen’s Reiben nicht“, ist es doch arg enttäuschend, wie wenig MIA tatsächlich zu erzählen haben. Unterhaltsame Musik muss durchaus nicht von lyrischer Größe sein um ihrem Selbstzweck gerecht zu werden, doch die Anhäufung von Füllgestöhne und sinnfreiem „Da, Da- Ismus“ verdammt die Mehrzahl der Titel zu absoluter Belanglosigkeit. Da ist es eigentlich fast besser, einfach einmal nichts zu sagen, wie dies im Instrumentalstück „Verfolger“ geschieht. Letztlich taugt jedoch auch dieser Song in seiner Eintönigkeit lediglich als eindrucksvolle Bestätigung der Vermutung, dass MIA ohne die (auch auf diesem Werk beeindruckenden) Gesangsleistungen ihrer charismatischen Frontfrau schlicht langweilig wären. Endgültig versenkt wird „Willkommen im Club“ durch einen nervtötenden „Takatakatuck“-Beat in „Halt Still“, mit dem endgültig sämtliche noch vorhandene Sympathiereserven für die Berliner aufgebraucht sind.

Ein wenig versöhnlich mag immerhin noch der Abschluss stimmen, der mit weniger Elektronikgeplänkel und mehr Pop-Appeal „Die Aussicht“ ankündigt. Möglicherweise ja eine Aussicht auf bessere Zeiten, denn eigentlich dürfen Mia angesichts bereits geleisteter Großtaten wie „Tanz der Moleküle“, „Hungriges Herz“ oder eben „Mein Freund“ durchaus zu den hoffnungsvollsten Vertretern in der deutschen Musiklandschaft gezählt werden. Die Einladung, die „Willkommen im Club“ ausspricht, darf jedoch ausgeschlagen werden. Im Zirkus war’s beim letzten Mal eh’ wesentlich unterhaltsamer!

Anspieltipps:

  • Mein Freund
  • Mausen
  • Die Aussicht
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