Beth Hart - 37 Days - Cover
Große Ansicht

Beth Hart 37 Days


  • Label: Hellfest/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 75 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Unterm Strich liegt ein tolles Werk mit wenigen Abstrichen vor, das eine herrliche Alternative zum derzeit angesagten Mainstream-Pop abgibt.

Bei den ganzen neuen Pop, Jazz und Soul-Sternchen im Singer/Songwriter-Bereich wie Duffy, Amy McDonald, Gabriella Cilmi und so weiter, sind die guten alten Rockröhren derzeit nicht angesagt. Ob da eine erneute Veröffentlichung des aktuellen Werks von Beth Hart die Wende einläutet? Wohl nicht, dabei hätte das ursprünglich 2007 veröffentlichte Werk der 36-jährigen US-Amerikanerin durchaus die Berechtigung als Gegenstück der derzeitigen Pop-Welle wahrgenommen zu werden.

Im Anschluss an eine ausgiebige Tournee wurde das Album in nur 37 Tagen aufgenommen. Beth Hart wollte die Atmosphäre und Intensität eines live-Auftritts auf CD bannen und hat dazu auch einige alte Stücke neu aufgenommen. In der Tat: Das Ergebnis strotzt nur so vor Kraft. Sogar bei den Balladen („Soul Shine“, „Forever Young“) schaltet nur ihre Band einen Gang runter, während Beth Hart weiterhin fast ungebremst aus voller Kehle singt. Fast ein wenig schade, denn gerne würde man ihre kräftige Stimme einmal schwächeln – na zumindest sanft hören. Dabei kann sie auch ruhiger, wie sie bei „Easy“ – dem Höhepunkt des Albums – andeutet, doch Verletzlichkeit zeigt sie nicht gerne. Dabei singt sie von zerbrechlichen Figuren am Rande des Selbstmords, die am Boden zerstört sind und am Ende einer Beziehung. Zum guten Ton gehört es bei amerikanischen Singer-/Songwritern derzeit, sich politisch zu positionieren. Im Trend ist natürlich eine Contra-Bush-Haltung, die Beth Hart mit „Sick“ auch gerne einnimmt.

Etwas einfallslos, nahe am Lückenbüßer, sind hingegen Songs wie „Heaven Look Down“ und „Waterfalls“, was besonders auffällt, wenn sie von starken Songs wie „Easy“, „Missing You“ und „Crashing Down“ eingerahmt werden. Gelungen sind die Neuaufnahmen von „L.A. Song”, „Learning To Live” und „Leave The Light On”, mit dem kleinen Haken: Die ursprünglichen Aufnahmen waren auch schon hervorragend, so dass es eigentlich keiner Überarbeitung bedurft hätte.

Unterm Strich liegt ein tolles Werk mit wenigen Abstrichen vor, das eine herrliche Alternative zum derzeit angesagten Mainstream-Pop abgibt. Hin und wieder würde man sich einen etwas zurückhaltenderen Gesang wünschen, aber „37 Days“ soll schließlich live klingen und wirken. Da ist Zurückhaltung nicht immer gefordert.

Anspieltipps:

  • Jealousy
  • Easy
  • Missing You

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
Diskutiere über „Beth Hart“
comments powered by Disqus