Memory Garden - Carnage Carnival - Cover
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Memory Garden Carnage Carnival


  • Label: Victory Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

In Schweden herrscht verglichen mit uns ein eher frostiges Klima. Trotzdem gibt es unzählige Menschen, die gegen die Kälte ankämpfen und sich in Death oder Thrash Metal-Bands aufwärmen. Einigen gefallen die Eiszapfen an der Dachrinne aber so gut, dass sie sich schlichtweg an die klimatischen Verhältnisse anpassen und walzende Doom-Riffs und zähflüssige Sounds als ihr Metier betrachten. Eine dieser Truppen ist Memory Garden, die sich nach drei Longplayern eine etwas längere Auszeit gegönnt haben und erst acht Jahre nach „Mirage“ (2000) mit „Carnage carnival“ einen Nachfolger auf Albumlänge vorlegen.

Darauf zockt der Fünfer rund um Stefan Berglund (Gesang), Anders Looström (Gitarre), Simon Johansson (Gitarre), Johan Fredriksson (Bass) und Tom Björn-Johansson (Schlagzeug) einen von Black Sabbath zu Tony Martin-Zeiten (ungefähr „Eternal idol“ (1987) und spätere Veröffentlichungen) angehauchten Heavy Metal mit doomiger Schlagseite der Marke Candlemass. Also ein Mix zweier durchaus großer Kaliber, denen Memory Garden mit der neuesten Langrille allerdings nicht das Wasser reichen können, da in vielen Songs einfach zu wenig passiert oder das was geschieht in vorhersehbaren Bahnen abläuft.

Zwar langweilen die Fünf keineswegs so sehr wie der letzte Doomsword- („My name will live on“) und Thunderstorm-Output („As we die alone“), aber ein Meisterwerk ist „Carnage carnival“ deswegen noch lange nicht. Das Problem besteht allerdings nicht bei den Songs an sich, sondern bei der Spielweise. Viel zu oft hat man das Gefühl, die Schweden sind von der Durchschlagskraft ihrer Kompositionen und der Produktion von Mike Wead (King Diamond, Mercyful Fate) dermaßen überzeugt, dass sie vergessen haben ihren Songs Leben und Power einzuhauchen. Mehrere Stücke mäandern in diesem Sinne einfach vor sich hin und vermissen jeglichen Biss.

Im Gegensatz dazu schaffen Memory Garden allerdings ebenso ein paar Tracks auf die Beine zu stellen, die sich nachhaltig im Gedächtnis festsetzen und daher vom Rest leicht zu unterscheiden sind wie z.B. das epische „The downfall“ oder das melodiöse „The bitter end“. Nichtsdestotrotz fehlt dem „metzelnden Karneval“ unterm Strich ein durchgehender Spannungsbogen und damit einhergehende Ideen im Spiel der einzelnen Mitglieder untereinander. Dass einem derartigen Album eine Schaffensperiode von acht Jahren vorausgegangen ist, lässt natürlich ebenfalls zu wünschen übrig.

Anspieltipps:

  • Endless Fear
  • The Downfall
  • The Bitter End
  • The Beast Within

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