Iced Earth - The Crucible Of Man: Something Wicked Part II - Cover
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Iced Earth The Crucible Of Man: Something Wicked Part II


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 59 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach dem schwachen Vorgänger hätte man es wissen müssen: Die Kreativität von Jon Schaffer geht seit „The Glorious Burden“ am Stock.

Machen wir uns nichts vor: Der groß angekündigte Konzeptalbumzweiteiler war mit „Framing Armageddon: Something Wicked Part 1“ (09/2007) bereits in erster Instanz eine herbe Enttäuschung. Und das, nachdem schon der Vorgänger „The Glorious Burden“ (01/2004) keine einhellige Begeisterung hervorrief. Langsam wird’s eng, dachte sich wohl auch Mastermind Jon Schaffer und zog die Reißleine. Die Veröffentlichung von „The Crucible Of Man: Something Wicked Part 2“ wurde verschoben, der neue Sänger Tim „Ripper“ Owens (Ex-Judas Priest) mehr oder weniger rausgeschmissen und der von den Iced-Earth-Fans so geliebte Vorgänger Matt Barlow zurückgeholt. Dass Schaffer zuvor mächtig ausgeteilt hatte, indem er Owens als den perfekten Sänger für seine Band pries und für Matt Barlow nur Hohn und Spott übrig hatte, das alles zählt heute nicht mehr. Ein halbes Jahr später ist „Ripper“ Owens der Depp, der im nachhinein mit Dreck beworfen wird und Barlow der gefeierte Rückkehrer und „Bruder im Geiste“. Was die Öffentlichkeit von dieser peinlichen Schlammschlacht halten soll, ist Jon Schaffer natürlich egal. Außer ihm sind eh alle doof.

Aber lassen wir all das beiseite und kümmern uns um „The Crucible Of Man“, das jetzt beweisen muss, dass Schaffer tatsächlich noch in der Lage ist, nachhaltige Songs zu komponieren und eine amtliche Produktion auf die Reihe zu bekommen. „Something Wicked Part 1“ klang nämlich merkwürdig dünn. Unter Druck steht auch Matt Barlow, der als Messias zurückgeholt, die sicher nicht schlechten Gesangsleistungen von Tim Owens überbieten muss. Inhaltlich spinnt das Konzeptalbum die Geschichte des „Set Abominae“ vom Stamm der Setianer weiter. Beginnend bei seiner Geburt wird das Leben von „Set“ als Ureinwohner der Erde und wahrer Abkömmling Gottes begleitet. Die Setianer erkennen in einer Prophezeiung, dass die Menschen sie ausrotten wollen. Aus diesem Grund mischen sich die Setianer unter die Menschen, um sie kontrollieren zu können. Doch zum Schluss läuft alles auf einen großen Endkampf hinaus. Soviel zur Hintergrundgeschichte, die in 15 theatralischen Power-Metal-Tracks auf „The Crucible Of Man“ weitergesponnen wird.

Nach Manowar und Judas Priest sollte man eigentlich meinen, dass nun endlich Schluss mit ausufernden Konzeptalben sei. Aber Iced Earth hatten halt noch den zweiten Teil ihrer Saga auf Lager und wie bei einem Räumungsverkauf muss eben irgendwann alles raus. Und in der Tat klingt es streckenweise so, als würde Jon Schaffer seine Vorräte an kruden Texten, schwachen Melodien und altbackenen Riffs final verbraten. Denn so geht es nicht weiter! Die Songs sind langatmig und arm an Aha-Effekten. Zugedeckt von Bombast und unterbrochen von überflüssigen Interludes schleppt sich das Album ohne Spannung zu erzeugen voran. Und viel zu selten wird der Hörer zum Matteschwingen eingeladen. Einzig Matt Barlow erreicht Normalform, auch wenn er von Schaffer keine großen Gesangsherausforderungen vorgesetzt bekam.

Nach dem schwachen Vorgänger hätte man es wissen müssen: Die Kreativität von Jon Schaffer geht seit „The Glorious Burden“ am Stock. So klafft auch bei „The Crucible Of Man“ Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Natürlich ist das nicht schlecht, was Iced Earth hier fabrizieren, aber im Kontext mit ihrem Back Katalog schneiden die neuen Songs einfach nur durchschnittlich ab. Denn was nützt der ganze Bombast, wenn der Kern des Ganzen nur eine blutleere Ansammlung ausgelutschter Riffs ist?

Anspieltipps:

  • I walk alone
  • A gift or a curse?
  • Crown of the fallen
  • Something wicked - part 3

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