Constantines - Kensington Heights - Cover
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Constantines Kensington Heights


  • Label: Arts & Crafts/ALIVE
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch die Constantines hadern wie so manch andere sich im weltweiten Rockzirkus austobende Band mit öffentlicher Unterbewertung, bzw. dem Unwissen bezüglich ihrer musikalischen Existenz! Das Quintett aus Toronto tourt und musiziert sich bereits seit der Jahrtausendwende die Seele aus dem Leib, während die multiinstrumentalen Virtuosen von Arcade Fire oder die ausgedehnte Mitgliederansammlung einer Broken Social Scene auf den Covern aller wichtigen Mainstream-Musikmagazine prangen (natürlich auch zu Recht). Dabei gibt es gerade in der nordamerikanischen Rockszene durchaus noch einige Musikkapellen die ein wenig mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.

Auch die Band um den Gitarristen und Sänger Steve Lambke versteht es äußerst beeindruckend ihre Mischung aus Punk, Rock und Folk äußerst Ohrgerecht anzurichten, die mit minimalistischen elektronischen Elementen verfeinert, durchaus in der Lage ist in der oberen Hälfte der globalen Rockliga mitspielen zu können. Zudem sie unter Musikerkollegen einen weit aus höheren Bekanntheitsgrad verbuchen als bei der breiten Zuhörermasse. So tourten sie bereits im Vorprogramm der Weakerthans, Guided By Voices und der Foo Fighters. „Kensington Heights“ lautet der Titel ihres mittlerweile vierten Studioalbums mit dem die fünf jetzt auch außerhalb Nordamerikas punkten möchten. Und das Potential ist hier durchaus vorhanden. Die treibende und gedämpft klingende Bass-Line des Openers „Hard Feelings“ erinnert an einen bodenständigen und eindringlichen Rocktrip Marke Kings Of Leon. „Million Star Hotel“ ist eine saucoole „Ab-nach-vorne-Nummer“, bei der die ruhige Passagen immer wieder auf breite Klangwände im Refrain prallen und der scheinbar übersteuerte Sound eines „Shower Of Stones“ wummert solange bis die Gitarren in schrägen 70er Jahre Psychedelic-Gewässern nach der dazugehörigen und durchaus widerspenstigen Melodie zu fischen beginnen.

Auch die vermehrt in den Folk überleitende Spielweise der Constantines lässt kaum Wünsche offen. Zwar klingt das alles nicht mehr ganz so Energiebeladen und entrückend wie auf den punkigeren Vorgängern, jedoch müssen Songs wie das eingängig(st)e „Our Age“, das langsame und Neil Young beseelte „Time Can Be Overcome“ oder der Abschluss und gleichzeitige Höhepunkt der Scheibe „Do What You Can Do“, bei dem sich ein aufwiegelnder Springsteen-Gospel mit verbogenen Gitarrenspiel ein munteres Stelldichein liefert, zum Besten musikalischen Output der bisherigen Bandhistorie gezählt werden. „Kensington Heights“ ist ein erfreulich ermunternder Trip durch die Glanz- und Gloriazeiten der Rockmusik, welcher den Constantines doch nun bitte schön auch etwas mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen sollte.

Anspieltipps:

  • Million Star Hotel
  • Our Age
  • Time Can Be Overcome
  • Do What You Can Do
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