Sparks - Exotic Creatures Of The Deep - Cover
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Sparks Exotic Creatures Of The Deep


  • Label: Lil' Beeth/ALIVE
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Man kann sie nahezu als Legenden bezeichnen, die Pop-Innovatoren und Brüder Ron sowie Russell Mael.

Man kann sie nahezu als Legenden bezeichnen, die Pop-Innovatoren und Brüder Ron sowie Russell Mael. Als Sparks veröffentlichten sie vor 37 (!) Jahren ihr Debütalbum, um im Jahre 2008 mit ihrem 21. Studioalbum erneut auf dem schillernden Boden des Pop-Business vorzufahren. Hits wie „This Town Ain´t Big Enough For Us“, „Amateur Hour“ (beide von „Kimono My House“ aus 1974) und „When Do I Get To Sing ´My Way´“ aus den Neunzigern markierten den wandlungsfähigen Weg der Amerikaner, die von Stil zu Stil sprangen, mit ihrem Glamour und der Extravaganz jede Menge Künstler, darunter nach eigenen Angaben auch Depeche Mode, Faith No More und Morrissey beeinflussten und nach zwei Jahren Veröffentlichungspause auf ihrem neuen Longplayer „Exotic Creatures Of The Deep“ frisch und beherzt zu Werke gehen, so dass man überaus kurzweilig und mitreißend den neuen Tönen lauschen kann.

Ein theatralischer, sakraler Chor-Gesang eröffnet das Album und wird von „Good Morning“ gefolgt, einem Track, der mit Synthesizer und schwungvollem Piano musikalisch schon einmal großartig vorlegt. Zugänglich reißt der Song sofort mit und wird vom typischen Falsett-Gesang eingerahmt, während großartige Breaks die Spannung hochhalten und das Beste: Es wird noch packender bei den folgenden Tracks. Der zuletzt erweckte Eindruck, die Sparks würden vor lauter Extravaganz den Zugang zum einfachen Pop-Song verlieren, ist vom Tisch gewischt. Stattdessen ist fortlaufend Hymne an Hymne gereiht, so dass das hohe Niveau in Verbindung mit dem großartigen Pop-Verständnis nicht abreißt.

In unnachahmlicher Sparks-Manier pendelt das mit einem unwiderstehlichen Titel gesegnete „I Can't Believe That You Would Fall For All The Crap In This Song” zwischen Electro-Pop mit Piano-Einschüben sowie modernen Flächen-Sounds und einer souligen Atmosphäre, die schon fast an Gnarls Barkley denken lässt und zeigt, dass die Sparks im Jahre 2008 angekommen sind, ohne Abstriche zu machen. Es scheint eher so, als wenn die Zeit sich eher nach den Sparks richten müsste. Trends waren noch nie die Sache der beiden Brüder, dafür bekommt man druckvolle Schönheiten wie „Let The Monkey Drive” oder die thematisch wieder einmal wundervollen ironisch abgedrehten „Lighten Up, Morrissey” und „Photoshop” nach kürzester Zeit nicht mehr aus dem Kopf, sucht immer wieder die Play-Taste und hofft, dass Ron sowie Russell Mael auch in Deutschland mal wieder einen Hit landen können. Die Vorlage dazu haben sie überraschend unverbraucht mit „Exotic Creatures Of The Deep” abgeliefert.

Anspieltipps:

  • Let The Monkey Drive
  • (She Got Me) Pregnant
  • Lighten Up, Morrissey
  • Photoshop

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