Maria Mena - Cause And Effect - Cover
Große Ansicht

Maria Mena Cause And Effect


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 38 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Cause And Effect“ hat nun ein hörbarer Reifeprozess eingesetzt.

Maria Mena ist erst 22 Jahre alt, bringt dieser Tage aber bereits ihr viertes Studioalbum auf den Markt. Die Erfolgskurve zeigt dabei stetig nach oben und spätestens mit „Apparently Unaffected“ (10/2005, bzw. 04/2007 in Deutschland) schaffte die Norwegerin ihren internationalen Durchbruch. In Deutschland gab es dafür eine Goldene Schallplatte für über 100.000 verkaufte Einheiten, sowie eine ECHO-Nominierung. Nichtsdestotrotz war es auf den bisherigen Alben so, dass neben drei, vier starken Songs immer ein Hauch zu viel Füllmaterial vorhanden war und die Künstlerin sich nicht sicher schien, ob sie mehr in die Singer/Songwriter-Ecke gehört oder doch eher leicht verdauliche Popmusik machen soll.

Auf „Cause And Effect“ hat nun ein hörbarer Reifeprozess eingesetzt. Wo in der Vergangenheit simples Radio-Pop-Trallala, vorgetragen mit kindlich-naiver Stimme, vorherrschte, ist nun mehr Tiefe und musikalische Vielfalt eingekehrt. Rhythmisch und melodisch wird sich im Songwriter-Team von Maria Mena (Arvid Solvang und Martin Sjölie) jetzt entschieden mehr zugetraut – exemplarisch im großartigen Opener „Power trip ballad“ zu hören: Am Anfang geben Piano und Drums einen forschen Takt vor, zu dem sparsame, aber energische Gitarrenakkorde erklingen. Maria Mena liefert eine Gesangsleistung weit über Standard ab, bevor ein Kinderchor auf die wuchtigen Klänge eines Orchesters trifft. So funktioniert Popmusik, die sich von der breiten Masse abhebt, erwachsen klingt, nicht auf die Tanzflächen abzielt und ohne überflüssigen Studio-Schnickschnack auskommt.

Von der Güte eines Songs wie „Power trip ballad“ finden sich mit „Where were you“, „I’m on your side”, dem Titeltrack sowie dem wunderschönen „All this time (pick-me-up song)” noch mindestens vier weitere Kandidaten auf „Cause And Effect“. So wird dem Hörer eine Platte kredenzt, das sowohl am Stück als auch in Form einzelner Tracks funktioniert. Echte Schwächen kennt das Album dabei nicht. Hier passt alles zusammen und selbst eine im Prinzip ausgelutschte Coverversion von „I was made for lovin’ you“ (Kiss) kommt als charmante Ballade nie in die Gefahr peinlich zu wirken. Dies alles, getragen von der ebenso markanten wie wandlungsfähigen Stimme der Norwegerin und Texten, die das Wort auch verdienen, ergibt ein unerwartet gutes Werk – das bisher beste von Maria Mena.

Anspieltipps:

  • Where were you
  • I’m on your side
  • Power trip ballad
  • I was made for lovin’ you
  • All this time (pick-me-up song)

Neue Kritiken im Genre „Pop“
8/10

Sweet Sweet Silent
  • 2017    
Diskutiere über „Maria Mena“
comments powered by Disqus