One Man Army And The Undead Quartet - Grim Tales - Cover
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One Man Army And The Undead Quartet Grim Tales


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Untätigkeit kann man den schwedischen Death / Thrash Metallern nun wirklich nicht vorwerfen. Denn nach dem sehr positiv angenommenen Debüt „21th century killing machine“ (02/2006) und dem mittelmäßigen Zweitling „Error in evolution“ (03/2007) erscheint nun nicht einmal zwei Jahre später Scheibe Nummer drei, welche auf den Titel „Grim Tales“ hört. Nun sind mit dem Titel eher nicht Märchen verpackt in Musik der Gebrüder Grimm zu erwarten, was einem jedoch spätestens beim Betrachten der Songtitel und des Covers klar werden sollte. Auf dem neuesten Werk (frei übersetzt: Galgen Geschichten) findet man mehr oder weniger kranke Stories über Tod, Mord und natürlich dem in diesem Zusammenhang immer wieder gern gesehenen Gast Lucifer.

Musikalisch geht die Reise auf „Grim Tales“ noch einen weiteren großen Schritt weg vom Death und hin zum Thrash Metal. Und das bekommt der Scheibe merklich gut. Waren auf dem letzten vor allem lange und gleichzeitig langweilige Death Metal Passagen einer der Hauptkritikpunkte, verschwinden diese nun zu Gunsten von kurzweiligem Thrash Metal, natürlich nicht ohne Johan Lindstrands Growls und Shouts beizubehalten. Dadurch entsteht eine Mischung aus brutalen Thrash mit ein wenig Metalcore und Death Metal – wirklich toll! „Grim Tales“ beginnt allerdings zunächst einmal gemütlich mit einem eineinhalb minütigen Intro („Black Clouds“), das folgende „Misfit with a machinegun“ gibt dann die wahre Marschrichtung für die folgenden 45 Minuten vor.

Und die heißt Thrash, Thrash und na gut ganz können sich die Schweden nicht vom Death Metal verabschieden, wie sie in „Saint Lucifer“ in sehr guter Manier zeigen. Auch langsamer Töne beherrschen sie jetzt ohne auch nur ein Gefühl der Langeweile aufkommen zu lassen, wie sie in dem bezeichnend betitelten „Make them die slowly“ eindrucksvoll unter Beweis stellen. Aber es ist nicht alles Gold was glänzt und so hat auch das neue Album von Lindstrand und seiner untoten Armee so seine Tücken. Denn beim mehrmaligen Hören wird es doch etwas langweilig. Grund dafür sind die zwar technisch anspruchsvollen, aber wenig einfallsreichen Riffs. Keiner der Songs sticht mit genialen, abwechslungsreichen Songwriting heraus. Vielmehr besteht das Plus des Albums auf Seiten von fett abgemischten, schnörkellosen Songs zum Abrocken und Zwischendurch hören. Mehr kann (und will vielleicht auch) das Album nicht bieten.

Man hat das Gefühl, dass sich Lindstrand, wenn vielleicht auch hier und da etwas übereifrig, wirklich die Kritikpunkte seines letzten Albums zu Herzen genommen und abgearbeitet hat. Das neue Werk kommt wesentlich kurzweiliger daher, wird allerdings dem geneigten Death-Metal-Herz etwas zu wenig Material bieten. Außerdem ist es im Vergleich zu den beiden Vorgängern wesentlich simpler gehalten und hebt sich weniger aus der Masse des Thrash/Death Metals heraus. Nichtsdestotrotz bekommt man gute Thrash Metal Kost geboten!

Anspieltipps:

  • A date with suicide
  • Saint Lucifer
  • Make them die slowly
  • Dominator of the flesh

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