Jennifer Hudson - Jennifer Hudson - Cover
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Jennifer Hudson Jennifer Hudson


  • Label: Arista/SonyBMG
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

American-Idol-Teilnehmerin (2004, Platz 7), Oscar- und Golden-Globe-Gewinnerin für ihre Rolle in der Musical-Verfilmung „Dreamgirls“ (2007) – die Karriere von Jennifer Hudson (27) aus Illinois, Chicago, hätte nicht besser starten können. Doch dann musste die Sängerin mit der grandiosen Stimme einen schlimmen Albtraum über sich ergehen lassen: Kurz vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums wurden Jennifers Mutter, Bruder und Neffe vom Ex-Mann ihrer Schwester – einem Ex-Sträfling und Junkie – erschossen. Eine Tragödie, für die sich keine Worte finden lassen.

Doch irgendwie muss es ja weitergehen. Und so erscheint das selbstbetitelte Debütwerk der 27-Jährigen nun auch in Deutschland. Und selbst wenn es in Anbetracht von Jennifer Hudsons Familientragödie reichlich platt klingt: Ihr erstes Album, an dem sie knapp ein Jahr gearbeitet hat, ist eine durchweg überzeugende R&B- und Soul-Pop-Perle für den geneigten Mainstreamhörer. Denn die 14 vertretenen Songs könnten auch auf Alben von Ne-Yo, Justin Timberlake, Beyoncé, Leona Lewis oder Whitney Houston stehen. Warum das so ist, zeigt ein Blick in das Booklet, das verrät, dass hier nicht gekleckert, sondern geklotzt wurde. Zwar fällt die Gästeliste (erfreulich) karg aus (lediglich die Rapper T-Pain und Ludacris dürfen ran), dafür tummelten sich auf dem Produzenten- und Songwritersessel so exklusive Hitlieferanten wie Aristat-Records-Boss Clive Davis, Ne-Yo, Stargate, Tank, Timbaland, Robin Thicke, The Underdogs, Cee-Lo Green, Polow Da Don, Diane Warren und Missy Elliot.

Diese kramten ausnahmsweise keine liegengebliebenen Songs aus der Schublade hervor, mit denen Newcomer gerne mal abspeist werden, sondern sie lieferten mitunter richtig starkes Material ab, das sich im internationalen Hitparadenwettstreit nicht verstecken muss. So zählen gleich die beiden Opener „Spotlight“ und „If this isn’t love“ zu den überzeugendsten Genrevertretern des Jahres, bei denen von der Instrumentierung über die Melodie bis hin zum Feeling alles stimmt. Dazu kommen Songs wie „And I’m telling you I’m not going“ und „Jesus promised me a home over there“, in denen Jennifer Hudson ihrer beeindruckenden Stimme freien Lauf lässt, sowie klassisches Chart-Futter wie „You pulled me through“ aus der Feder von Balladenfachfrau Diane Warren (LeAnn Rimes, Brandy, Hilary Duff, Celine Dion, Sarah Connor).

Das ergibt insgesamt eine äußerst stimmige und abwechslungsreiche Debütplatte, die trotz ihrer Nähe zum Mainstream mit Hingabe und Herzblut überzeugen kann. Hier wurden nicht einfach nur Komponenten aus Soul, Pop und R&B zusammengewürfelt, sondern mit Bedacht kombiniert und zu einer Songsammlung ganz weit entfernt vom Durchschnitt verknüpft.

Anspieltipps:

  • Spotlight
  • Invisible
  • We gon’ fight
  • If this isn’t love
  • You pulled me through

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