Hanson - The Walk - Cover
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Hanson The Walk


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Um es gleich vorweg zu nehmen: Sparen wir uns die Kommentare über langhaarige „Mmmbop“-Kinder von vor gefühlten 20 Jahren. Anspielungen und Verniedlichungen gab es zum 2005 erschienenen „Underneath“ bereits genug. Konzentrieren wir uns lieber aufs Hier und Jetzt. Denn erwachsen sind die Brüder Isaac, Taylor und Zachary aus Oklahoma längst. Mit ihrem zweiten „erwachsenen“ Album „The Walk“, welches bereits letztes Jahr in den U.S.A erschien, gehen Hanson weiterhin denselben Weg, den sie zu „Underneath“ bereits einschlugen. Mit liebem Gesicht, hübscher Stimme und angenehmen Melodien, anständigen Pop-Rock produzieren. Und dazu noch das Aids-Problem in Afrika bekämpfen.

Aids-Problem in Afrika bekämpfen? Imagegerecht als brave Jungs, stellte man 2007 die erste Single „Great Divide“ aus „The Walk“, zum Download bei iTunes bereit. Ein Dollar pro Download ging an eine Hilfsorganisation in Afrika. Das darf man ruhig mal lobend erwähnen. „Great Divide“ macht folglich auch direkt nach einem kurzen Intro den Anfang von „The Walk“. In etwas kitschiger Manier (das Wort Kitsch wird noch öfter fallen) läuft „Great Divide“ dank eines knackigen Gitarrenriffs, unterstützt durch ein gut abgestimmtes Klavier, zu großer Klasse auf. Mag sein, dass Hanson gesanglich keine Offenbarung sind, ihr mehrstimmiger Gesang kann trotzdem überzeugen. In der Folge ist „Great Divide“ zwar leicht kitschig in Refrain und Text, aber eine richtig starke Nummer. Demnach muss man diesen Song einfach besonders hervorheben.

Was anschließend folgt ist relativ simpel und durchgehend okay. „Been there Before“ setzt auf dieselben Stärken wie „Great Divide“, kommt aber nicht ans Zugpferd heran. Dann geht’s richtig los mit Kitsch, Liebe, Beziehungen, Hoffnung und Freude. „Georgia“ kann man getrost als Pop-Allerlei abstempeln. Spätestens Textzeilen wie „Caus’ I don’t wanna’ let you go, and I don’t wanna’ lose you slowly…” weiß man, woran man ist. „Watch Over Me” ist auch nicht viel besser. Erst bei „Go“ gewinnt die instrumentale und melodische Qualität gegen die Kitschigkeit, trotz Refrainzeilen wie „Go… If you wanna’ go but stay, if you wanna’ know the way, through the miss we made it…“.

„Fire On The Mountain” wirkt dagegen deutlich natürlicher, bevor man bei „One More“ wieder abrutscht und im Kitsch-Sumpf landet. Ab „Tearing It Down“ versuchen Hanson den Hörer wieder mit den Stärken der ersten beiden Songs zu gewinnen. Dies klappt allerdings nur bedingt. Denn an die Qualität von „Great Divide“, kann anschließend keiner der Songs wirklich anknüpfen. Zum Abschluss beweisen Hanson mit der gleichnamigen Single „The Walk“ allerdings noch einmal, dass sie ruhige und schöne Stücke, auch ohne eine Extraglasur Kitsch servieren können. Warum nicht gleich so? Aber „Mmmbop“ war ja damals auch schon kitschig…

Anspieltipps:

  • Great Divide
  • Go
  • Fire On The Mountain
  • The Walk

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