Ben Becker - City Of Light: Die Letzten Tage Von Jim Morrison - Cover
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Ben Becker City Of Light: Die Letzten Tage Von Jim Morrison


  • Label: Deutsche Grammophon
  • Laufzeit: 235 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Paris im Jahr 1971. Ein amerikanischer Rockstar ist in der Stadt, um sich inspirieren zu lassen und um von den Ereignissen der letzten Monate Abstand zu gewinnen. Niemand ahnt, dass es sich um die letzten Tage im Leben des Rockstars handeln soll und dass sich auch weit über 30 Jahre nach seinem Tod noch Mythen und Legenden um jene letzte Tage ranken. Im April 1971, wenige Monate vor seinem Tod, trifft ein gewisser Philip Steel den Rockstar und ist fortan tief beeindruckt von dem 27-Jährigen. So sehr, dass er einen Roman verfasst, der die letzten Tage und Stunden eines scheinbar ausgebrannten Künstlers aus seiner Sicht beschreibt.

Die Story von Jim Morrison und seiner Band The Doors zählt zu den spannendsten und aufregendsten in der Geschichte der Rockmusik. Es gibt jede Menge Literatur und auch der Nachschub mit „neuer“ Musik reißt nicht ab. Trotz dieser Rundumversorgung ist die Idee, ein fiktives Buch über die letzten Tage Jim Morrisons in Paris zu schreiben, ein genialer Einfall. Ein Jahr nach der Buchveröffentlichung hat sich Hollywood für einen weiteren Jim-Morrison-Film auf die Story von Philip Steele gestürzt und mit dem fast vierstündigen Hörbuch, gelesen vom deutschen Kultschauspieler Ben Becker, wird nun auch der CD-Markt bedient.

„City Of Light – Die letzten Tage von Jim Morrison“ schildert den Sänger und Poeten als einsamen, abgehalfterten Helden, der Trost über den Verlust seiner Inspiration und Muse in Drogen und Alkohol sucht. Jims Lebensgefährtin Pamela Courson nimmt dabei die Rolle der bösen Rockerbraut á la Yoko Ono und Courtney Love ein, die dem Sänger keine Chance lässt, aus dem Drogensumpf zu entkommen.

Mit Ben Becker (44) wurde eine der charismatischsten Stimmen unter Deutschlands Schauspielern als Vorleser engagiert. Er schafft es, der streckenweise umständlichen deutschen Übersetzung Leben einzuhauchen. In Buchform wirken die Erzählungen von Philip Steele auf immerhin 480 Seiten dagegen langatmig und nicht immer überzeugend. Doch auch das Hörbuch hat seine komischen Stellen. Etwa dann, wenn die spärlichen Lied-, Gedicht- und Gesangspassagen von Philip Steele höchstpersönlich vorgetragen werden oder wenn zwischen den Kapiteln Musik eingespielt wird, die wie von den „Drei Fragezeichen“-Hörspielen entliehen klingt.

Philip Steeles Buch fördert nicht wirklich etwas Neues zur bekannten Faktenlage um den Tod Jim Morrisons am 3. Juli 1971 ans Tageslicht. Aufgrund der romanartigen Erzählung ist dies aber auch nicht von zwingender Bedeutung. Als leichte Unterhaltung für Doors-Fans ist „City Of Light“ dennoch nicht uninteressant, schildert das (Hör)-Buch doch auf erfrischend andere Art die Exzesse des „Lizard King“ in den letzten Tagen seines viel zu kurzen Lebens.

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