Jack Frost - My Own Private Hell - Cover
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Jack Frost My Own Private Hell


  • Label: Silverdust/SOULFOOD
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Rockmusik noch einfach war, als Albumcover meist von fetzigen, manchmal vulgären Middle-Age-Fantasy-Arts geprägt waren, Riffs entschieden und grummelnde Stimmen Botschaften verteilten, die nur die Hälfte der bangenden/kopfnickenden Rocker wirklich verstehen wollte/konnte. Aus einem Paralleluniversum besuchen uns Jack Frost in Gestalt von Phred Phinster (Gesang, Bass), Mournful Morales (Gitarre), Bary Bloom (Gitarre) und dem fürchterlichen Colossos Rossos (Schlagzeug). Nur neun Lieder, die bei den Namen der Bandmitglieder aber einige Härte versprechen.

„Dirty Old Man“ ist zwar noch ein kleiner Fehlstart, der die Härte und die verwaschenen Stimmen als führende Stilmittel zwar zur Genüge aufzeigt, aber die Melodie des Stückes erscheint doch sehr schnell monoton, dass man dankbar für „Still“ ist. Auch dieser Track versucht nicht flexibel oder kantig zu sein. Trotz der der guten Portion harter Riffs kommt der Song doch sehr melodieverliebt de Hörer entgegen. Der (fast) Titeltrack „My Private Hell“ klingt dann so, wie der Opener hätte klingen müssen. Zusätzlich hat sich jetzt endgültig die Substanz von Jack Frost offenbart: Drei Akkorde! Das ist ein wenig sehr pauschal gesprochen, aber Jack Frost behalten die jeweils zu Beginn anklingenden Muster meist strickt bei, es gibt ein oder manchmal auch zwei Gitarrensoli und die tiefe, dem Genre entsprechende Stimme.

Bei so einer transparenten Struktur der Stücke ist es natürlich schwer Besonderheiten herauszupicken. Gute Melodie, Schlechte Melodie, heißt das Auswahlverfahren eigentlich, aber kleine Details gibt es schon noch. „Days Never End“ und „In Misery“ ‚überraschen’ mit Back Vocals, „Red Roses Day“ ist dem Titel entsprechend eine Ballade und dann ist da noch die Zeitlupen-Hard-Rock-Version von John Denvers Klassiker „Leaving On A Jet Plane“. Letzterer Spaß dauert Sechs Minuten und der Zauber des kurzweiligen Songwriterstücks geht über kurz oder (zu) lang (!) verloren. Als Finale gibt es das obligatorische Gitarrengewitter und das blitzt und donnert und donnert und blitzt, als gäbe es kein Morgen. Auch hier wäre nach gut sieben Minuten ein kürzerer Ausklang begrüßenswert gewesen. Doch eine Platte für die Ewigkeit sollte das bestimmt nicht werden, dafür Rock-Handwerksarbeit der guten Mittelklasse aus dem deutschsprachigen Raum. Es kann nicht alles so unterhaltend, wie die Spitznamen der Jack-Frost-Garde sein.

Anspieltipps:

  • My Private Hell
  • Days Never End
  • Red Roses Day

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