The Datsuns - Headstunts - Cover
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The Datsuns Headstunts


  • Label: Cooking Vinyl
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Datsuns bleiben die Datsuns. Das ist einerseits das Schöne, andererseits scheint es ausgiebige Rezensionsbesprechung obsolet zu machen.

Die Datsuns bleiben die Datsuns. Das ist einerseits das Schöne, andererseits scheint es ausgiebige Rezensionsbesprechung obsolet zu machen. Den hier vorliegenden Besprechungen zu den ersten drei Werken der Neuseeländer ist im Grunde nichts Neues hinzuzufügen. Was bei den Datsuns, da sie nicht um den Titel „großartigste Band der Welt“ miteifern und vom künstlerischen Wertanspruch ihrer Musik eher die Kirche im Dorf lassen, eben Stärke, nicht Schwäche ist. Simplizität rules – sometimes.

Kurz so getan als wäre „Headstunts“ nicht Album Nummer vier: Dolf de Datsun und seine neuseeländischen Jünger spielen hervorragenden Power-Hardrock der sympathischen School-of-76. Melodieverliebt mit mächtig Mitsingcharakter. Die Ursprünge ihrer musikalischen Betätigung reichen bis 1995 zurück, die in diesem Genre über allen gelobten Hellacopters waren auch nur ein Jahr schneller. Nachfolge- und Generationenwechselattestierung wären schlicht schlecht gemachte Hausaufgaben. Überhaupt erscheint es bei eingehender Beschäftigung mit den Datsuns fragwürdig auf welche fundierten Argumente es beruht, dass die einen Götter, die anderen Dauergeheimtipp einer Szene bleiben. Das Niveau der Datsuns ist auf Augenhöhe, sie haben das Feeling/Gespür, die Sprüche und die Unbekümmertheit die man braucht um diesen Schweinerock authentisch wirken zu lassen.

Das Album steigt ein mit einer Punkrock-gerifften Sing-along-Hymnik auf die man mit Bier anstoßen möchte. Nicht lange gefackelt ist „Hey! Paranoid People!“, nett verziert mit Hammond-Orgel, ein weiterer Kracher mit schön verspielter Lead-Guitar. Ein wenig verflacht der Kreativitäts-Rock-Motor, bevor er ab „Highschool Hoodlums“ wieder ordentlich an fahrt gewinnt. Lediglich Album Nummer zwei, „Outta Sight, Outta Mind“, war nicht selbst produziert, sticht daher vom Soundgewand auch am deutlichsten heraus (wenn man so will ihr fettes „White Light, White Heat, White Trash“-Album). „Headstunts“, da ändert auch ein neuer Drummer wenig, bettet sich nahtlos ein in den Vorgänger und das Debüt. Warum also überhaupt in diese Band investieren? Ihre Alben konservieren was sie eigentlich ausmacht: ein bestimmter, ventilierter Gefühlsausbruch, der sich in der Gemeinschaft, sprich dem Live-Auftritt, exerziert. Dolf und Co. scheißen auf fünf Sterne-Bewertungen oder sonst wie viele Punkte, ihre Studioarbeit ist Grundlage für ihr eigentliches Anliegen: raus damit, was in einem ist, was einem beschäftigt – und zwar heavy.

Die Datsuns bereichern den Rock nicht im Sinne von Erweiterung und Vorranbringen. Die Datsuns fundieren ihn auf sympathisch konstante Weise. It’s only heavy Rock’n’Roll, but i like it.

Anspieltipps:

  • Human Error
  • Highschool Hoodlums
  • So Long
  • Hey! Paranoid People! (What’s In Your Head?)

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