Destivo - Mare Mare - Cover
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Destivo Mare Mare


  • Label: Koch Records/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer dachte, dass die Zeit eines vorgegebenen Synthesizerakkords über eine Spielzeit von bis zu vier Minuten gegen Ende der Neunziger abgeschafft wurde, hat nicht richtig aufgepasst. Seit die Pop-Musik-Welle in den 80ern zum großen Rundumschlag ausholte ist Musik ihrer Art immer die beliebteste und jene, die sich am besten verkaufen lässt. In Deutschland hatte sich das zwar durch die Neue Deutsche Welle gezeigt, aber auch Schlager, wenn sie nur modern genug produziert wurden, waren immer wieder Chartstürmer. Nicht zuletzt Dj Ötzi war ja wieder mit seinem Stern Vorzeigebild für das System, das halt immer noch funktioniert.

Diesem Weg strikt folgen, indem man denselben Produzenten wie unser Freund aus Österreich wählt, tun sich Destivo (Vittorio Magro und Claudia Cacciato) auf, um uns mit guten 50 Minuten seelenlosen Italo-Schlager-Pop zu verwöhnen. Man möchte wirklich Etwas aus dem Album herausholen, aber es gelingt einfach nicht. Man möchte als Rezensent beinahe streiken, wenn man so eintönige Melodien auf die Ohren geklatscht bekommt und man kann nicht Punkte dafür verteilen, dass die Sänger klare Stimmen haben und das Album gut abgemischt wurde. Dann landen wir bald dabei, dass wir Schnappi künstlerische Höchstleistungen zugestehen müssen.

Auf dem Album „Mare Mare“ jagen sich Melodien und platte Liebesausprüche, wie man sie ja erst ca. drei Dutzend Mal von nicht näher zu benennenden Schlagermusikern und auch anderen Rotsündern begangen wurden. Wer sich nicht an den Kopf fasst, dass ein „Dr. Amore“ die Liebe für das Leben sein soll, dem sei von Seite des Rezensenten wieder gute Nacht gewünscht, viel Spaß mit den eingängigen und leider auch richtig langweiligen Melodien und der Anspruch sei in die Ecke geworfen.

Man kann sich das Album ruhig einmal anhören und auf einer Party im Hintergrund lässt sich die Musik gut ausblenden. Als erste Geige im Ohr ist „Mare Mare“ aber nicht gern gehört. Mitklatschsongs wie „In Discoteca“ oder eben „Mare Mare“ hören sich so an, wie alle beschwingten Lieder auf dem Album und die Balladen werden durch übertreiben kitschiges Italo-Flair unfreiwillig ins Lächerliche gezogen. Auch auf das Tiramisu-Rezept, dass die Plattenfirma mit der Promo geschickt hat (die übrigens unvollständig ist, als hätte eben diese schon etwas in Sachen Qualität geahnt), macht nicht Lust auf mehr. Eher kriegt italienisches Essen für den heutigen Tag doch einen etwas faden Beigeschmack. Wie schlechte Lasagne aus der Tiefkühltruhe. Dabei kann italienisches doch so gut sein.

Anspieltipps:

  • In Discoteca
  • Mare Mare

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  • 2016    
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