The Go Faster Nuns - In Traffic - Cover
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The Go Faster Nuns In Traffic


  • Label: Hamburg Records
  • Laufzeit: 29 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer dachte, dass die Zeit von Punkrock-Bands der Marke Blink 182 vorbei ist, dem wird wieder die musikalische, fein geschliffene Holzlatte vors Gesicht geknallt. Dafür muss man nicht mal mehr auf die abgespeckten Töne der US-Amerikaner warten, sondern bedient sich national aus dem schönen Bamberg. Das neue, verdächtig kurze Album der Pop-Punker aus den deutschen Landen soll nach dem durchweg positiv bei den Fans angenommenen „Under Neon Lights“ für einen größeren Bekanntheitsgrad sorgen. Die Regeln des letzten Albums wurden dabei strikt befolgt. Auch diesmal wurde getüftelt, bis DD Windisch (Gesang), T. van Guzyfer (Gitarre), Mr. 65,2% (Bass) und Prince Charts (Schlagzeug) bis neun Uptempo-Rocksongs mit Anklang für die Massen plus einer ruhigen Ballade fertig waren. Fertig ist die Promo für ein besseres Leben. Der Band und des Hörers?

Tatsächlich jagen sich die Ohrwurmmelodien im wahrsten Sinne des Wortes durch das Album. Abgesehen vom ruhigen „Hold Me Close“ fällt es nicht schwer, die verbliebenen Tracks auf einer Party zu spielen. Schnell genug zum tanzen, gelegentlich abrocken, mitsingen sowieso und es ist für die zarter besaiteten nicht zu hart. Als würde es ein Lehrbuch für Lieder dieser Art geben ähneln sich „Walk Away From Here“ und „Now That I Know You“ in ihrer Machart und doch würden die Lieder anhand ihrer verschiedenen Melodien nicht verwechseln. Bevor das Album aber eintönig gerät, spielen die Jungs mit verschiedenen Effekten und Rhythmen. Während der Gesang bei „I Said It All Again“ phasenweise verzerrt wird, um Abwechslung zu schaffen, gönnen sich sämtliche Folgestücke einen härteren Unterton, um die „harte“ Seite zu zeigen. Natürlich setzt sich am Ende die Verliebtheit in die leichte Melodie durch und die Vergleiche mit Bands wie Good Charlotte und Billy Talent, die mit halbgarem, angedeutetem Punk den Kindern geben, was diese glauben hören zu wollen, sind nicht zu vermeiden.

Allerdings dauert der Spaß auch nur 29 Minuten und ist dementsprechend kurzweilig angelegt. Der Gesang ist nicht der Beste und die Ideen sind nicht neu, doch die Qualität der Musik und das Gespür für die eingängigen Melodien beweisen das ein Phänomen wie es bei Billy Talent hervorkam mit genug PR kein Problem sein dürften. Der internationale Sound zeigt, dass irgendwo doch noch zeitgemäßes Musikverständnis vorzufinden ist und das ist doch schon mal ein gutes Stück Holz.

Anspieltipps:

  • Walk Away From Here
  • Hold Me Close
  • Take Another Rainy Day
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