Travis - Ode To J. Smith - Cover
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Travis Ode To J. Smith


  • Label: Red Telephone Box
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn Travis in 12 Jahren über zehn Millionen Tonträger verkauft haben, ließ der Erfolg zuletzt stetig nach.

Die Stadt Berlin als kreative Keimzelle tut einfach gut! Das wissen nicht nur David Bowie, Iggy Pop, U2 und Rufus Wainwright seit ihren Aufnahmesessions in der deutschen Hauptstadt. Mit Joe Jackson und Fran Healy, Mastermind der schottischen Band Travis, leben und wohnen inzwischen sogar zwei angesehene ausländische Musiker in Berlin und lassen die Stadt auf ihr Songwriting wirken. Im Falle des Herrn Healy war es eine besonders gute Entscheidung.

Auch wenn Travis in 12 Jahren über zehn Millionen Tonträger verkauft haben, ließ der Erfolg zuletzt stetig nach. Mit dem ziemlichen lauen „The Boy With No Name”-Album, auf dem Travis krampfhaft an die melodieseligen „The Man Who/The Invisible Band“-Zeiten anzuknüpfen versuchten, endete der Vertrag mit dem ständig nach Hitsingles geifernden Major SonyBMG. Das war die Gelegenheit, grundlegende Veränderungen vorzunehmen. Travis reaktivierten ihr eigenes Label Red Telephone Box, schrieben in fünf Wochen elf neue Songs, nahmen diese in weiteren zwei Wochen zusammen mit dem Produzenten Emery Dobyns (Antony & The Johnsons, Patti Smith, Leona Naess) auf und kümmerten sich danach um einen neuen Vertriebspartner, den sie in Universal Music fanden.

Das Ergebnis ist eine echte Überraschung: Travis gehen zurück zu ihren Wurzeln und lassen erstmals seit ihrem Debütalbum wieder rockige Elemente zu. Es ist kein Witz: Die Herren Healy, Dunlop, Payne und Primrose trauen sich tatsächlich wieder etwas zu und verlassen die oftmals seichten Balladenpfade der Vergangenheit, ohne ihre Trademarks vollkommen aufzugeben („Before we were young“). Die Weinerlichkeit vor allem der letzten beiden Alben wird auf ein Minimum heruntergefahren („Friends“) und gegen knarzende Bässe („Something anything“), heulende Gitarren („Chinese blues“), scheppernde Drums („Long way down“) und energischen Gesang („J. Smith“) eingetauscht, was durch die analoge 16-Spur-Produktion und dem damit verbundenen Live-Sound besonders gut zur Geltung kommt.

Ganz klar: Travis haben verstanden, dass BritPop anno 2008 schroffer und direkter zu klingen hat und machen damit alles richtig. Knackige Songs, kompakte Spielzeit, kein Firlefanz und dafür Melodien, die einfach glücklich machen („Last words“, „Song to self“). Popfan, was willst du mehr?

Anspieltipps:

  • Friends
  • Last words
  • Song to self
  • Chinese blues
  • Before we were young

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