The Rasmus - Black Roses - Cover
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The Rasmus Black Roses


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

The Rasmus veröffentlichen auf dieser Scheibe eine ganze Reihe guter Pop/Rock-Songs, die im Vergleich mit typischer Radiomusik angenehm eigenständig klingen.

Spätestens seit dem Album „Dead Letters“ und der im Radio dauergespielten Single „In The Shadows“ gilt die finnische Rockband The Rasmus als eine Art moderner Bon-Jovi-Nachfolger. Beide Bands sind für ihr sicheres Händchen für rockige Ohrwurmmelodien bekannt, die in ein massenkompatibles Gewand gepackt werden. Kaum verwunderlich also, dass sich kein geringerer als Desmond Child für die Produktion des neuen The-Rasmus-Albums „Black Roses“ verantwortlich zeigt, der bereits etliche Hits der New-Jersey-Rocker wie „Livin’ On A Prayer“ und „You Give Love A Bad Name“ mitschrieb.

Seit ihrem Riesenerfolg mit „In The Shadows“ sind The Rasmus etwas aus dem Bewusstsein der breiten Hörerschaft verschwunden. Und, zugegeben, der Bon-Jovi-Vergleich hinkt bereits beim ersten „Black Roses“-Song gewaltig. Die Single „Livin’ In A World Without You“ kommt dafür eindeutig einige Ecken zu modern und auch zu poppig daher. Der starke Einsatz von Synthesizer-Elementen ist auf allen Songs des Albums mehr oder weniger präsent herauszuhören. Dennoch ist dem eher ungewöhnlichen, mit einigen Rap-ähnlichen Passagen durchsetzten Song, gewisses Hitpotenzial nicht abzustreiten. Gleiches gilt für das folgende „Ten Black Roses“, bei dem es immerhin schon wieder eine Spur rockiger zugeht.

Von Hardrock-Kost kann auf der gesamten Scheibe dennoch keine Rede sein. Nicht ohne Grund betitelt die Plattenfirma den leicht modifizierten Sound von The Rasmus neuerdings als „Death Pop“. Wenn die Gitarren bei „Ghost Of Love“ und „You Got It Wrong“ dezent im Hintergrund schrammeln, ist das also eher Beiwerk für einen durchaus typischen, leicht melancholisch wirkenden Popsound, der auch schon mal in Depeche-Mode-Gewässern wildern darf. Allein „The Fight“ überrascht in dieser Hinsicht mit ungewöhnlich vorpreschenden 6-Saiter- und Schlagzeugattacken. Auf der anderen Seite steht eine Reihe balladesker Titel wie „Justify“ und „Live Forever“.

Dies alles als kommerzielles Kalkül abzutun würde The Rasmus jeoch Unrecht tun. Immerhin wurde zugunsten der Stimmigkeit darauf verzichtet, ein bereits aufgenommenes, prestigeträchtiges Duett mit der neuen Nightwish-Sängerin Anette Olzon zu integrieren. Eine leicht an deren Hauptband erinnernde Überraschung gibt es dennoch zu hören: „Lost And Lonely“ enthält einige unverkennbare Carmina-Burana-Zitate. Positiv fällt aber dabei auf, dass die bekannt klingenden Melodiepassagen sinnvoll in den Dienst des Songs gestellt wurden, und nicht nur als bloße Effekthascherei herhalten müssen.

Dieser Eindruck steht auch stellvertretend für das gesamte „Black Roses“-Album. The Rasmus veröffentlichen auf dieser Scheibe eine ganze Reihe guter Pop/Rock-Songs, die im Vergleich mit typischer Radiomusik angenehm eigenständig klingen und auch vor eher ungewöhnlichen Experimenten nicht zurückschrecken. So manche Genre-Institution könnte sich davon durchaus eine Scheibe abschneiden.

Anspieltipps:

  • Livin’ In A World Without You
  • Ten Black Roses
  • Lost And Lonely
  • Live Forever

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