Metal Church - This Present Wasteland - Cover
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Metal Church This Present Wasteland


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer erinnert sich nicht gerne noch zurück an die 80er, in denen Metal Church zu Recht in einem Atemzug mit Metallica genannt wurden. Nach dem Schwächeln des Genres zu Beginn der 90er und der daraufhin erfolgten Auflösung, raffte sich die Band 1998 wieder auf und brachte seitdem zwar regelmäßig, allerdings in keinster Weise mit den alten Alben vergleichbare Longplayer heraus. Nach Erscheinen des Albums „A light in the dark“, bei dem sich viele auf einen sicherlich nicht unbeabsichtigten Hinweis auf das legendäre Album „The dark“ auch in musikalischer Hinsicht freuten und enttäuscht wurden, konnte man eigentlich nur noch hoffen, dass das letzte verbliebene Gründungsmitglied Kurdt Vanderhoof endlich die nötige Zivilcourage aufbringt und dem Treiben ein Ende macht. Doch nichts dergleichen geschah, stattdessen dauerte es gerade einmal zwei Jahre bis nun der Nachfolger „A present wasteland“ erscheint. Und das faszinierende ist, das neue Werk der Alt-Metaller aus Seattle kann durchaus, wenn auch nicht durchgängig, überzeugen.

Gleich zu Beginn steht mit „The Company of sorrow“ ein echter Kracher an, der mit schnellen Doublebase-Passagen, hohen Vocals von Ronny Munroe und ebenso schnellen Riffs von Vanderhoof und Craig Wells punkten kann. Dabei hatte man sich eigentlich gerade in Schlafposition begeben, um sich wie gewöhnlich von den langweiligen Songs einer ausgelaugten Band sanft in das Traumland wiegen zu lassen. Aber nichts da, diesmal scheint alles anders zu sein, denn auch „A perfect crime“ kann trotz etwas reduziertem Tempo durch seinen Abwechslungsreichtum trumpfen. Mit „Deeds of a dead soul“ folgt ein Stück, dass aufgrund seiner Länge von achteinhalb Minuten leider nicht überzeugen kann und ebenso wie „Crawling to extinction“ ein wenig einreißen lässt. Hier ziehen sich eine Melodielinie und ein Schlagzeugrhythmus nahezu durch den kompletten Song und sorgen so nicht gerade für Hörfreude.

Weniger ist eben manchmal mehr, vor allem auf die Dauer der Songs bezogen sollte die Truppe auch in Zukunft mehr darauf achten. Das folgende „Meet your maker“ entschädigt jedoch für den kleinen Einbruch mit schnelleren Gitarren, einer progressiven Note und deutlich mehr Engagement in der Ideenvielfalt. Nicht vollends überzeugend ist im Übrigen auch die Abmischung, die leider den gewünschten Druck in der Produktion vermissen lässt und dadurch den Hörgenuss ein wenig schmälert. Die Lieder hingegen bieten weiterhin viel Spaß, sein es „Mass hysteria“ oder das grandiose „Breath again“. Das Tempo in der zweiten Albumhälfte wird hoch gehalten und auch die Ideenvielfalt lässt kaum zu wünschen übrig. So klingt das Album mit guten Gefühl und einem faszinierten Gesichtsausdruck beim Zuhörer aus

Totgesagte leben länger tritt auf „This present wasteland“ wirklich zu. Denn die Vorstellung, die Metal Church hier abliefern, ist alles andere als enttäuschend und auch nicht das was man eigentlich erwartet hatte. Die Songs bieten durchgängig ein hohes, wenn auch nicht perfektes Niveau. Bleibt nur zu hoffen, dass die Truppe vielleicht wie Motörhead mit „Inferno“ einen ähnlich starken zweiten Frühling bestreitet und das aktuelle Werk den Auftakt dazu darstellt.

Anspieltipps:

  • The Company of sorrow
  • Meet your maker
  • A war never won
  • Breathe again

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