Richard Barbieri - Stranger Inside - Cover
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Richard Barbieri Stranger Inside


  • Label: K-Scope Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn der Keyboarder von Porcupine Tree und ehemals Japan eine Solo-CD vorstellt, dann ist kein Gesang zu erwarten. Dass sich trotzdem Stimmen auf dem zweiten Solowerk entdecken lassen, hat nichts mit phonetischen Inhalten sondern lediglich mit klanglicher Unterstützung des Instrumentalwerks zu tun. Da die elektronisch-sterilen Keyboardklänge die Oberhand haben und viele Stücke sehr experimentell klingen, fehlt es dem Gesamtwerk an melodischer Wärme und den einzelnen Songs (manchmal nur Fragmenten) an Wiedererkennungswert.

Dabei fängt „Stranger Inside“ recht vielversprechend an. „Cave“ beginnt kraftvoll und erinnert ein wenig an das Mission Impossible-Theme, nur mit mehr Abwechslung. Danach ist es mit dem trashigen Sound erst einmal vorbei und Ambient-Klänge entführen in ein musikalisches Nirgendwo, indem sich der Hörer verloren fühlt, weil er nicht so richtig weiß, wohin die Reise gehen soll. Hat Barbieri stilistisch irgendwo angelegt, lichtet er schon wieder den Anker und macht sich auf zu neuen Ufern. Immerhin es wird nicht langweilig, aber Barbieri verpasst es eine Spannung aufzubauen, dafür pendeln einige Stücke im Nirgendwo („All fall down“, „Decay“) und andere kommen über gute Ansätze („Hypnotek“, „Abyssn“) nicht hinaus, weil sie mit ihrem elektronischen kalten Charakter den Hörer nicht berühren können.

Freunde experimenteller Elektromusik werden vielleicht noch mehr Perlen entdecken können, doch über das Experimentelle geht es bei dieser Platte leider nicht hinaus. Freunde aus dem Lager der progressiven Musik, die sich vielleicht eine Nähe zu Barbieris Band Porcupine Tree gewünscht haben, werden sich angesichts der melodielosen Irrfahrt langweilen.

Anspieltipps:

  • Cave
  • Retina Blur

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