Nosound - Lightdark - Cover
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Nosound Lightdark


  • Label: K-Scope Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nosound mit Lightdark. Das klingt schon sehr gewollt nach Widersprüchen und nicht besonders einfallsreich. Wenn The Pineapple Thief nicht nur vom Namen her eine Nähe zu Porcupine Tree nachgesagt wird, dann ist die Verwandtschaft von Nosound zu No-Men natürlich mehr als naheliegend. Und ups … dann taucht auch noch der Name von No-Men Mastermind Tim Bowness im Booklet des neuen Nosound-Albums auf ¬ da haben wir die Verwandtschaft der beiden Bands sogar schwarz auf weiß.

Nosound ist auf dem Debütwerk eigentlich niemand anderes als der italienische Gitarrist, Sänger und Keyboarder Giancarlo Erra gewesen. Dieser hat seine Band nun um vier weitere italienische und zwei Gastmusiker erweitert. Zusammen jammt sich die neue Band durch Ambient- und Progklänge, die an vieles erinnern, aber nur selten an etwas Eigenständiges. Schon das Instrumentalstück „About Butterflies And Children“ hätte genauso gut „A Day By The Sea Under The Moon And Without Sunshine“ heißen können – oder einfach „1“. Ein Sammelsurium an Klängen ohne Melodie und Zusammenhang – eben eine Jam-Session, wo sich talentierte Musiker zum ersten Mal treffen und versuchen zueinander zu finden. Da hätte es sich angeboten, vielleicht erst einmal über Ziele zu sprechen.

Nun gut, lassen wir das überflüssige Intro hinter uns und treffen auf „Place Remained“ (weitere Kommentare zu den bemüht-konstruierten Songtiteln spare ich mir). Nun kommen auch endlich Melodien zum Einsatz, doch der Song bleibt ebenso in guten Ansätzen stecken, wie Song Nummer drei „The Misplay“. Bis hierhin erinnert vieles an ein Zusammentreffen von Brian Eno auf die frühen Porcupine Tree, nur leider ohne die besondere eigene Note, wie zum Beispiel Pineapple Thief sie gefunden haben. Das ändert sich erst beim Herzstück von „Lightdark“, dem über 15 Minuten Song, mit dem schier unglaublich dämlichen Titel „From Silence To Noise“. Das ist aber schon das Schlimmste an den 15 Minuten, die nach vier Minuten richtig Fahrt aufnehmen, ohne dabei die bisherige Melancholie zu verlassen. Zum bisherigen Ambient-Charakter gesellen sich nun endlich Progeinflüsse in Form von treibenden Drums oder einer Gitarre à la David Gilmore. Glückwunsch: Für diese Viertelstunde gibt es immerhin neun Punkte.

Schade nur, dass gleich anschließend Tim Bowness am Mikro übernimmt. Nicht, dass er das schlecht macht, aber „Someone Starts To Fade Away“ könnte auch der Ausschuss des letzten – und nebenbei bemerkt grandiosen – No-Men Albums „Schoolyard Ghosts“ sein. Ein Höhepunkt gibt es aber noch: „Kite“ knüpft nochmal an „From Silence To Noise“ an und dem Drachen hätten auch mehr als die acht Minuten gut gestanden, denn mit dem Titeltrack knüpfen die Italiener wieder am belanglosen Beginn des Albums an. Es gibt also Lichtblicke auf dem zweiten Werk von Nosound, doch muss die Band dringend einen eigenen Stil finden und nicht nur andere Bands wenig überzeugend kopieren.

Anspieltipps:

  • From Silence To Noise
  • Kites

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