Solange - Sol-Angel And The Hadley St. Dreams - Cover
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Solange Sol-Angel And The Hadley St. Dreams


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die erst 22-Jährige hat mit „Sol-Angel & The Hadley St. Dreams“ bereits ihr zweites Major-Album auf dem Markt.

Kaum einer kann es nachfühlen. Wenn deine Schwester ein Weltstar ist, ist es wahrlich schwer mit dem Druck und der Erwartungshaltung mitzuhalten, wenn du in dieselbe Richtung schreitest. Auch das mag ein Grund dafür sein warum Solange Knowles, Schwester von Superstar Beyoncé, ihre eigene Karriere nur schleppend in Fahrt bekommt. Vielleicht lässt sie sich auch einfach Zeit, sieht die Vor- und Nachteile des Ruhms hautnah bei ihrer Schwester und zieht daraus ihre Schlüsse.

Insgesamt wird das Bild durch ihre Schwester doch stark verzehrt. Denn die erst 22-Jährige hat mit „Sol-Angel & The Hadley St. Dreams“ bereits ihr zweites Major-Album auf dem Markt. Fünf Jahre nach ihrem Debüt „Solo Star“ kann man dabei sogar von einem Comeback sprechen. Zwischen diesen beiden Alben lagen Filmrollen in kleineren Hollywood-Streifen, Modeljobs für das Modelabel „House of Deréon“, welches der Familie Knowles gehört, sowie die Gründung ihrer Familie, samt Geburt ihres Sohnes und der Heirat und Scheidung mit Daniel Smith.

Verlassen wir aber einmal den Gossip und widmen wir uns voll der Musik. In diese ist mit der Zeit Reife eingezogen. Der neue Longplayer unterscheidet sich vom Sound her doch deutlich von dem damals recht modernen, HipHop-geprägten Debüt „Solo Star“. Denn nun steuert Solange lieber auf ein kleines Motown-Revival hin, holt den Hörer zu ihrer persönlichen Sechziger- / Siebziger-Party ab und kreiert mit Produzenten wie Cee-Lo, Mark Ronson und dem legendären Lamont Dozier, der selbst für einige Motown-Hits von u.a. The Four Tops und The Supremes verantwortlich war, einen eigenständigen Sound. Vergleiche zu den weiteren, vor allem britischen Neu-Interpretationen der Motown-Ära zerfallen bei genauerem Betrachten im Wind.

Überraschend kann auch die Neptunes-Produktion „I Decided, Pt.1“, gleichzeitig die erste Single, trotz gewohnt minimalistischer Arrangements mit dem Fluss der neuen alten Soul-Wucht mithalten und die eventuellen Fragezeichen der Platte verschwinden lassen. Die Wandlungsfähigkeit kennt also doch kaum Grenzen. Pharrell Williams hat zudem beim Text mit Hand angelegt. Auch Solange kann ihre berüchtigten Songwriter-Qualitäten, die früher vor allem auf mehreren Destiny’s Child-Songs zu bewundern waren, auf ihrem zweiten Solo-Anlauf voll ausleben. Neben Motown-Soul findet man vor allem auf „Cosmic Journey“ und „This Bird“ einige elektrische Einflüsse, die sich wunderbar in das Gesamtbild einfügen und den Sound zum Ende hin ein wenig auflockern.

Während ihr erstes Album noch launisch und gezwungen wirkte, braucht sich Solange mit ihrem zweiten Versuch nicht vor ihrer Schwester verstecken. Und auch wenn der Erfolg nicht vergleichbar zu sein scheint, so hat man das Gefühl, dass sich Solange ihren Platz im Leben gefunden hat und sich damit wohl fühlt. Unabhängig und frei, so wie dieses Album.

Anspieltipps:

  • T.O.N.Y.
  • Sandcastle Disco
  • Dancing In The Dark
  • Cosmic Journey

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