Eskobar - Death In Athens - Cover
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Eskobar Death In Athens


  • Label: Cargo Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Neues zu entdecken gibt hier wenig.

Neun Uhr. Der Wecker klingelt. Egal! Denn heute ist ein freier Tag ohne jegliche Verpflichtungen oder etwaige Ambitionen die kommenden Stunden zu einem Highlight des bisherigen Erdendaseins zu erheben. Dann halt noch einige Stunden weiterdösen. Irgendwann den trägen Körper ins Badezimmer schleppen, bemerken das die Zahnpastatube leer ist und der Warmwasserboiler äußerst unrund läuft. Es geht auch mal ohne Duschegang und mit Kaugummi statt Zahnbürste. Heute ist das egal! Beim Frühstück in das eindeutig zu lange gegrillte Toastbrot beissen und das viel zu kurz gekochte Ei runterschlürfen. Auch Egal! Dieser Tag was „made for Verschwending“ und bevor man sich über Nichtigkeiten aufregt, lieber schnurstracks auf die Couch, die Glotze an- und selber abschalten.

Abschalten ist das Stichwort. Denn genau wie jener von Bedeutungslosigkeiten, Faulheit und Antriebslosigkeit geprägter Tag funktioniert auch das nunmehr fünfte Studioalbum der Schweden von Eskobar. Allerdings nicht im Sinne, dass man beim Lauschen ihres neusten Werkes träumerisch die Seele baumeln lassen könnte, sondern eher der Gedanke an das schleunige Betätigen der Auswerftaste des CD-Spielers. „Death In Athens“ vermittelt ungefähr die gleiche euphorische Aufbruchstimmung wie in oben beschriebener Szene. Nämlich absolut gar keine- null, nada, rien, zero. Das beginnt bereits mit dem gähn-ialen „As The World Turns“, welches aber so was von ausdruckslos daher dudelt und das folgende, vierzig Minuten andauernde, blutleere und risikoarme musikalische Mittelmaß einläutet. Überladen hymnengetränkt und viel zu aalglatt produziert wie auf „Hallelujah New World“ oder offensichtlich, nebensächlich und trist wie in „Obvious“. Einzig und allein, das zwar auch nicht gerade besonders einmalige „Unique“ und die aktuelle Singleauskopplung „Flat Earth“ laden mit einigermassen gefälligen Melodien und zumindest ansatzweise energischen Impulsen zum mitwippen ein. Ansonsten sind die Songs der Platte in etwa so interessant wie die siebenhundertseitige Biographie von Manfred Mustermann.

Ohne Mumm im Takt und jeglichem Ansatz akustischer Abwechslung verschwindet die Eskobar’sche Kreativabteilung ab „Quiet World“ bis hin zum Closer „Silver & Gold“ vollends hinter einem dichten audialen Nebel der Gleichgültigkeit. Neues zu entdecken gibt hier wenig. Ausser der ernüchternden Erkenntnis, dass „There’s Only Now“ aus dem Jahre 2002 als einziger positiver Ausreisser der bisherigen Band Discography aus dem Rahmen fällt. Denn „Death In Athens“ reiht sich nahtlos an die Unscheinbarkeit vergangener Produktionen und verschwindet genau wie ein verschwendeter Tag, ohne einen einzigen Höhepunkt im Nirwana der an Belanglosigkeit kaum zu übertreffenden Harmonien.

Anspieltipps:

  • Unique
  • Flat Earth

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