Derek Meins - The Famous Poet - Cover
Große Ansicht

Derek Meins The Famous Poet


  • Label: 1965 Records/ALIVE
  • Laufzeit: 25 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Derek Meins tourte bereits als Teenager durch Europa und machte als Frontmann der Band Eastern Lane von sich hören. Heute ist er 21 und betritt seine ersten Solopfade mit dem Mini-LP-Debüt „The Famous Poet“, das sich zur einen Hälfte aus Rock- und Pop-Songs und zur anderen aus Dichtungen zusammensetzt.

Zehn Tracks, sechs Lieder und vier von Derek Meins vorgetragene Gedichte in 25 Minuten Spielzeit. Der famose Poet macht es dem verwöhnten Musikkritiker nicht leicht. Und so werden die poetischen Ergüsse des jungen Art-Rocker in dieser Beurteilung kurzerhand ausgeblendet. Diese sollen jene bewerten, die sich mit der geistreichen Materie besser auskennen und den tieferen Sinn auch leichter vor Ohren haben werden. Übrig bleiben eine Hand voll Songs die von Freud’schem Geschlechtsverkehr und Lobdudeleien an den Alkohol handeln. „The Freud Song“ ist der flotte Beginn in dieses mit 17 Minuten Nettospielzeit (aller instrumental beigesteuerten Nummern) wahrhaftigen Mini-Albums. Der wirklich flotten Garage’esken Rocknummer folgt das mit sanfter Gitarre, Piano und gestreichelten Drums äußerst sympathische „The Gin Song“.

Und wer kann solcher wahrhaftiger Poesie schon widersprechen: „If the ocean was made out of gin, maybe i would learn how to swim“. „Oh You Pretty Woman“ hillbillyt energisch aus den Boxen und ist wahrscheinlich auch die Nummer, die Live gespielt den höchsten Mitsingfaktor mitbringt. Die Lyrics zu „End Of Man“ basieren auf dem Buch „Life and death of mr badman“ von John Bunyan und trotz (oder gerade aufgrund) desr ohrensichtlichen „Radiohead-Karma Police-Kopie“ ist dieser Song auch einer der besten dieses Albums. Derek Meins modelliert auf dem akustischen „Honeygirl“ den Weihnachtsklassiker „O Glory Night“ in ein Banjo gezupften und Seemannsgarn spinnenden Mitschunkler und das ruhige, knappe „Over Yonder“ beendet dann das nicht einmal eine halbe Stunde andauernde Wechselspiel zwischen Pop und Poesie.

Musikalisch lässt sich an „The Famous Poet“ nicht viel auszusetzen. Die wenigen Stücke dieses Albums sind allesamt unterhaltsam und egal ob Indie-Rock, Pop, Country oder die gelungene Singer-Songwiter Atmosphäre- Derek Meins zeigt dass seine künstlerische Bandbreite nicht von ohne ist. Eine Bewertung über dem Durchschnitt ist dennoch nicht auszustellen, da fünfzehn Minuten Musik für eine umfassende Beurteilung einfach zu wenig sind und seine lyrischen Ausschweifungen wohl auch nicht jedermanns Sache sind. Die Poeten unter uns werden das wahrscheinlich etwas anders sehen und dieser Platte wahrscheinlich deutlich mehr abgewinnen können.

Anspieltipps:

  • The Freud Song
  • The Gin Song
  • End Of Man

Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
Diskutiere über „Derek Meins“
comments powered by Disqus