Portugal. The Man - Censored Colors - Cover
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Portugal. The Man Censored Colors


  • Label: Defiance Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die „Mars Volta in Drei-Minuten-Songs“ zu sein, war ihnen nach dem ersten Album „Waiter: 'You Vultures'“ (2006) zu langweilig, also ließen sie weniger als ein Jahr danach mal eben mit dem Zweitling „Church Mouth“ (2007) Led Zeppelin wiederaufleben, um auch diesem Vorhaben genauso schnell den Rücken zu kehren.

Mit „Censored Colours” zelebrieren Portugal. The Man nun die 60er und das Hippie-Dasein. Wer die Jungs schon einmal live erlebt hat, hat es wohl schon immer geahnt. Ausgedehnte Jams gehören zu ihren beliebtesten Aktivitäten auf der Bühne. Jetzt also auch auf Platte. Losgelöst von jeglichen Labelzwängen spielten die Vier das Album binnen zweier Wochen ein und das hört man auch. Völlig ungeschliffen und gänzlich unperfekt präsentieren sich die schrägen Soundideen der Band aus Alaska.

Songs hervorzuheben, wie „How The Leopard Got Its Spot“ beim Erstling oder „Shade“ und „My Mind“ beim Nachfolger, ist diesmal schier unmöglich. Geblieben sind unzählige abrupte Breaks und unkonventionelle Songstrukturen. Neu hingegen ist der Gospelgesang, den Sänger John Baldwin Gourley das gesamte Album hindurch immer mal wieder zelebriert, dafür wurde der Bombast der ersten Alben zurückgefahren. Teils minimalistisch und oft rein akustisch, gelingt es Portugal. The Man zwar erneut zu überraschen, jedoch auf einem erschreckend niedrigen Niveau.

Am Stück ist das Album nur schwer zu ertragen und nur wenige Songs können für sich genommen überzeugen. Da wäre das wütende „Never Pleased“, das quietschend verschrobene „Sit Back And Dream“ oder das träumerische „1989“. Auf der anderen Seite gibt es auf dem Album auch sehr viel Ausschussware. Sei es das eröffnende „Lay Me Back Down“ oder das bereits vorab veröffentlichte „And I“.

Wieder einmal machen Portugal. The Man das, womit keiner gerechnet hatte. In diesem Fall ein Album mit bemerkenswert wenigen Ideen und Überraschungen. Drei Songs der Sorte hätten es wohl auch getan, die ungezwungene Atmosphäre, die Spontanität, die das Album transportieren soll, ufert zu häufig in seichte Klangbilder aus, die sich leider allzu oft wiederholen. Sicherlich kein durchweg schlechtes Album, sondern einfach nur zu wenig für eine derart einfallsreiche Band wie Portugal. The Man. So schön viele Alben in kurzer Zeit für die Fans auch sind. Manchmal braucht ein Album eben doch mehr Zeit, und dafür warten wir beim nächsten Mal gerne auch etwas länger.

Anspieltipps:

  • New Orleans
  • Never Pleased
  • Sit Back And Dream
  • 1989

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