Overcast - Reborn To Kill Again - Cover
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Overcast Reborn To Kill Again


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ohne jegliche Vorbildung würde man bei Overcast blind auf die modische Erscheinung „Supergroup“ tippen. Schließlich werkeln auf „Reborn to kill again“ neben Sänger Brian Fair von Shadows Fall auch Bassist Mike D´Antonio, der immerhin bei Killswitch Engage in die Saiten hauen darf, Drummer Jay Fitzgerald und die Gitarristen Pete Cortese und Scott McCooe mit, die eigentlich eine Festanstellung bei Tunnel Drill, Seemless oder Transient haben. Dass es sich, wie schon der Titel implizieren soll, um eine Reunion handelt, dürften die wenigen wissen, denn Overcast waren in den 90er Jahren so etwas wie die Wegbereiter für das, was später unter dem Banner Metalcore Dutzende Bands wie Pilze aus dem Boden schießen ließ und nicht erst seit Bullet For My Valentine massenkompatibel zubereitet die Charts unsicher macht.

Mit einer deutlich härteren Gangart und ohne jegliche klar gesungenen Refrains, die im neuen Jahrtausend in dieser Sparte zur Kommerzialisierung vieler Metalcore-Gruppen geführt hat, legt der Fünfer dem Hörer gleich beim Opener „Diluting inertia / Brifter“ die Daumenschrauben an und zieht sie im Laufe des Albums kontinuierlich zusammen. Dabei liegt das nicht unweigerlich am Spannungsbogen von „Reborn to kill again“, sondern viel mehr an einer kompromissloseren Herangehensweise und der ständig wahrnehmbaren Erdung im Genre des Hardcore. Dadurch fördert Brian Fair eine eindrucksvollere und emotionalere Vorstellung als auf dem letzten Shadows Fall-Output „Threads of life“ zu Tage, was den Longplayer bissig und aggressiv, aber durch fehlende Variation im Soundschema etwas zähflüssig und nur selten zu einer zwingenden Angelegenheit macht.

Womöglich ist daran auch die Songauswahl schuld, denn in 60 Minuten gibt es für Fans der ersten Stunde nur zwei neue Songs zu hören („Root bound Apollo“ und „Reborn to kill again“). Der Rest besteht aus Neuaufnahmen bisher bestehender Tracks, die bereits auf den zwei Alben „Expectational dilution“ (1994) und „Fight ambition to kill“ (1997), sowie mehreren 7-Inch-Releases und EP´s eine Veröffentlichung fanden, auf denen sich die Band erst musikalisch ausloten musste, bevor sie 1998 das Zeitliche segnete. Für eine kurze historische Zeitreise zu den Anfängen des Metalcore ist „Reborn to kill again“ sicherlich interessant, für einen überzeugenden Gesamteindruck müssen wir aber erst einmal auf komplett neues Material aus dem Hause Overcast warten.

Anspieltipps:

  • Sven ft. Grin
  • Bleed Into One
  • For Indifference
  • Your (Destructive) Self

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