Falconer - Among Beggars And Thieves - Cover
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Falconer Among Beggars And Thieves


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Kaum zu glauben, aber Falconer dürften unter Druck wohl am besten arbeiten.

Zwei Jahre sind eine lange Zeit. Vor allem für die schwedischen Falconer, die bislang mit Ausnahme zwischen „The sceptre of deception“ (2003) und „Grime vs. Grandeur“ (2005) in schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr eine neue Platte auf den Markt geworfen haben. Konnte die längere Wartezeit während Album Nummer drei und vier noch auf einen Besetzungswechsel und Unstimmigkeiten im zukünftigen Sound des Fünfers (Ur-Sänger Mathias Blad verließ von 2003 bis 2005 den Platz hinterm Mikro und Kristoffer Göbel sprang ein) geschlossen werden, so ist es diesmal wohl die Bürde gewesen, die wiederhergestellte Zufriedenheit der Fans („Grime vs. grandeur“ stieß eher auf verhaltene Resonanz) durch den Vorgänger „Northwind“ zu bestätigen und auszubauen.

Dies kann mit minimalen Abzügen als erfolgreich eingestuft werden, denn „Among beggars and thieves“, der mittlerweile sechste Output von Mathias Blad (Gesang), Stefan Weinerhall (Gitarre, Keyboard), Jimmy Hedlund (Gitarre), Magnus Linhardt (Bass) und Karsten Larsson (Schlagzeug) ist Power Metal mit Folk-Einschlag wie er in dieser Pracht und Hingabe nur mehr selten und wenn dann ohnehin von den üblichen Verdächtigen wie z.B. Blind Guardian kredenzt wird. Bereits „Field of sorrow“ und „Man of the hour“ beginnen bärenstark und vermischen gekonnt die bekannten mittelalterlichen Klänge mit im Vergleich zum Vorgänger ungewohnter Härte. Danach folgt die wunderschöne Ballade „A beggar hero“, in der Blad von einer weiblichen Sirene unterstützt wird, die den Hörer sofort gefangen nimmt. Leider ist hier nach bereits zwei Minuten Schluss.

Mit „Vargaskall“ legen die Schweden den ersten von drei in ihrer Heimatsprache gehaltenen Songs vor, der sich prompt als einer der stärksten des Longplayers entpuppt. Ab diesem Zeitpunkt ist klar, Falconer haben eine ihrer besten Platten abgeliefert und die Qualität sinkt mit zunehmender Spieldauer kaum. Lediglich „Mountain men“ ist stellenweise etwas überladen und „Viddernas man“ mangelt es an neuen Ideen, doch bei „Pale light of the silver moon“ und „Boiling led“ schaltet der Fünfer erst einmal auf Durchzug und liefert die zwei härtesten Bretter der Scheibe (wenn nicht sogar der kompletten Diskographie), die wie das nachfolgende „Skula skorpa skalk“ (wieder in Schwedisch) vom hervorragenden Songwriting profitieren.

Als Abschluss gibt es noch ein kleines Meisterstück mit dem Mini-Metalmusical „Dreams and pyres“, welches alle Trademarks der Band in einen Topf schmeißt, kräftig umrührt und wo Blad neben Folk-Elementen, energiegeladenen Eruptionen und sowohl orchestraler als auch weiblicher Unterstützung seine komplette Erfahrung als Mitglied der schwedischen Staatsoper unter Beweis stellen darf. Kaum zu glauben, aber Falconer dürften unter Druck wohl am besten arbeiten. Anders lässt es sich nicht erklären, wieso „Among beggars and thieves“, das wohlgemerkt sechste in sieben Jahren, erneut ein dermaßen hochklassiges Werk geworden ist.

Anspieltipps:

  • Vargaskall
  • Boiling Led
  • Man Of The Hour
  • Dreams And Pyres
  • Pale Light Of Silver Moon
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