The Beauty Of Gemina - A Stranger To Tears - Cover
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The Beauty Of Gemina A Stranger To Tears


  • Label: Danse Macabre/ALIVE
  • Laufzeit: 75 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Für den Begriff Weiterentwicklung steht dieses zweite Werk nicht unbedingt.

Das Debüt der Schweizer Gothic-Rockband Beauty of Gemina wurde vielerorts gelobt und als abwechslungsreich und Genregrenzen überschreitend betitelt. Da war sicher etwas dran, doch fielen auch die etwas monotonen Beats oder die Auswalzung von musikalischen Motiven in Form von Songs mit langer Laufzeit auf.

Das neue Werk bleibt der Linie des Mastermind Michael Sele treu, der auf diesem Longplayer mit seinen dunklen Rocksongs auf Electro-Basis versucht, wieder neue Genregrenzen herauszufinden. In düsteren Gefilden bleibt es schon aufgrund seiner Grabesstimme, aber ab und zu tauchen handgemachte Rockinstrumente auf, die gar nicht so dunkel klingen, sondern nur treibend. Der Opener „Galilee Song“ fällt mit unüberhörbaren Keyboards ins Haus und gibt schon einen Vorgeschmack auf die etwas härteren Klänge, überzeugt aber nicht wirklich. Bei „This time“ heulen die Gitarren sowie die Drums werden gedroschen und wie oben erwähnt ist das Rock mit leichtem Düstereinschlag. „Psycho Flood“ dagegen ist ein reinrassiger Gothic-Rock-Angriff, der mit peitschenden Schlagzeugklängen und Gitarrenriffs punktet, die von hellen Frauenstimmen umrahmt werden. „Shadow Dancer“ gehört schon zu den eingängigeren Tracks, die aber auch nur in der Gothic-Abteilung der Disko gespielt werden dürften.

Die Überraschung stellt nun „Into Black“ dar, eine anfangs auf Piano und Geigen basierende Ballade, die sich ganz langsam instrumententechnisch steigert, aber im Gegensatz zum Rest doch recht sanft klingt. Was sich Meister Sele dann aber ab dem zehnten Song „One Day“ leistet, verwischt den nicht so schlechten Eindruck der ersten neun Tracks fast völlig: Einen richtigen unharmonischen Soundbrei rührt er ab diesem Zeitpunkt an und seine wie immer elektronisch unterlegte dunkle Stimme verzerrt er derart schrill, dass wirklich die Songs ab diesem Zeitpunkt in Melodielosigkeit abdriften und nur noch als stumpfes Industrial-Rock-Gebolze durchgehen. Der Schlusstrack „Essair Noir“ beendet das Spektakel mit einem siebenminütigen eher sanften Instrumentalsong mit Chill-Out-Charakter.

Schade, das Debütalbum wusste zwar auch nicht durchgehend wohin es musikalisch eigentlich wollte, aber es besaß doch einige bemerkenswerte Songs, die sich vom üblichen Gothic-Rock-Einerlei abhoben. Für den Begriff Weiterentwicklung steht dieses zweite Werk nicht unbedingt und die härtere Gangart scheint eher negative Auswirkungen auf die Qualität zu haben. Auch die Melodieführung lässt zu wünschen übrig, zu eintönig rollen die Töne meist aus den Boxen. Das dritte Album in ferner Zukunft hat die Chance, den hoffnungsvollen Eindruck der ersten CD zu wiederholen und dieses zweite Werk, welches nur Durchschnittsware beherbergt, vergessen zu machen.

Anspieltipps:

  • Psycho Flood
  • Shadow Dancer
  • Into Black

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