Joseph Parsons - Heavens Above - Cover
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Joseph Parsons Heavens Above


  • Label: Blue Rose Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Für einen guten Song braucht es nicht viel. Gitarre, Schlagzeug, Bass und Gitarre. Alles andere ist nur Beiwerk und wird von Joseph Parsons entsprechend sparsam eingesetzt.

Joseph Parsons (44), der sympathische Barde von der amerikanischen Ostküste, debütierte vor zehn Jahren mit seinem Album „5 A.M. auf dem Blue-Rose-Label, wurde von der Kritik gefeiert und danach irgendwie aus den Augen verloren. Brav veröffentlichte er Album um Album, ohne jedoch einen entscheidenden Karriereschritt nach vorne zu machen. Dabei ruhte sich der Singer/Songwriter nie auf seinen frühen Lorbeeren aus. Er spielte mit verschiedenen Sounds, experimentierte mit Loops, Beats und Synthesizern, kehrte aber nach und nach zum halbakustischen Songwriter-Folkrock seines Debüts zurück. Diesen perfektioniert Parsons nun auf seinem neuen Album „Heavens Above“.

Für einen guten Song braucht es nicht viel. Gitarre, Schlagzeug, Bass und Gitarre. Alles andere ist nur Beiwerk und wird von Joseph Parsons entsprechend sparsam eingesetzt. Trotzdem klingen die neuen Songs aufwändiger als in der Vergangenheit. Da hört man mal eine dezente Hammond B3 bzw. Wurlitzer („Heavens above“, „Anyone“), ganz selten kommen Bläser vor („Shades of gray“), häufiger dagegen Streicher („Children in the sun“, „Falling“, „I saw you“), aber immer so, dass alles eine harmonische Einheit ergibt. Die Gefahr, überfrachteter oder gar überproduzierter Songs besteht dabei zu keiner Zeit. Das würde weder zu den überwiegend melancholischen Songs, die von Musiker, Produzent und Arrangeur Devin Greenwood (Norah Jones, Amos Lee, Birdie Busch) hervorragend in Szene gesetzt wurden, noch zu den Texten passen, die sich u.a. mit dem Tod von Joseph Parsons Vater sowie Anti-Kriegs-Themen befassen.

Es braucht nicht viel um zu erkennen, dass es sich bei „Heavens Above“ um eines der besten Studioalben in der Karriere von Joseph Parsons handelt. Denn hier stimmt einfach alles. Atmosphärische Balladen wie „Anyone“ (im Duett mit Emiliana Zeitlyn) wechseln sich ab mit hitverdächtigen Songs wie „Sitting on top of the world“ (auch hier ein Duett, diesmal mit Label-Kollege Elliott Murphy) und sehnsuchtsvolle Melodien wie in „Children in the sun“ gehen einher mit eindringlichem Liedmaterial wie „Sky boys“. Das sitzt, passt, wackelt und hat Luft.

Anspieltipps:

  • Falling
  • Sky boys
  • Tell me hello
  • Children in the sun
  • Sitting on top of the world

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