Anastacia - Heavy Rotation - Cover
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Anastacia Heavy Rotation


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Würde nicht der Name Anastacia auf dem Cover prangen, niemand würde sich für diesen noch nicht mal durchschnittlichen Song-Cocktail interessieren.

Die bunten Brillen sind verschwunden, der Krebs ist besiegt, Plattenfirma und Management gewechselt, der Mann fürs Leben gefunden (und geehelicht!), das äußere Erscheinungsbild grundlegend überholt und auch die peinliche Alterslüge wurde inzwischen aufgedeckt (Madame Newkirk ist in Wirklichkeit 40 Jahre alt und nicht erst Mitte 30). Was jetzt noch fehlt, ist ein musikalischer Neuanfang, für den es aus kommerzieller Sicht keinen Grund gibt, da sich die bisherigen Anastacia-Alben rund 30 Millionen Mal verkauft haben, aber der dennoch durchgesetzt wurde.

Durch ihren neuen Majorvertrag mit Mercury Records hat Anastacia nun die Hosen an und die Entscheidungshoheit über die stilistische Ausrichtung ihrer Songs, die auf ihrem vierten Studioalbum, „Heavy Rotation“, vermehrt in Richtung Soul, R&B und Dance-Pop gehen. Dazu holte sie sich mit Rodney Jerkins, Guy Chambers, Lester Mendez, Ne-Yo, J.R. Rotem, Chuck Harmony und The Heavyweights eine amtliche Songwriter- und Produzenten-Armada ins Studio, die bereits für Robbie Williams, Shakira, Nelly Furtado, Michael Jackson, Jennifer Lopez, Snoop Dogg, Rihanna, Britney Spears, Beyoncé Knowles und Leona Lewis tätig waren.

Da sollte eigentlich nichts schief gehen, möchte man meinen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Denn auf „Heavy Rotation“ befindet sich lediglich eine Ansammlung verschnarchter Allerweltssongs mit 08/15-Arrangements („I can feel you“) und zum Teil erschreckend schwachen Produktionen („I call it love“). Da werden selbst im Ansatz vielversprechende Stücke wie die Ballade „Never gonna love again“ zu Plastik-Pop-Liedchen mit Konserven-Orchester und Billig-Synthies verhunzt und eine gewisse Unverwechselbarkeit zugunsten von R&B-Songs von der Stange („Defeated“), bollernden Tanzliedchen („Heavy rotation“) und Amy-Winehouse-Anbiederungen („Same song“) aufgegeben. Und wem sich in der Vergangenheit bei der Konfrontation mit Frau Newkirks Stimme und ihrer Art, die Worte wie Kaugummi zu dehnen, die Fußnägel aufgerollt haben, bekommt auch hier wieder eine Vollbedienung.

In Form eines „Greatest Hits“-Albums („Pieces Of A Dream“) oder live auf der Bühne ist das Oeuvre Anastacias durchaus genießbar. Ihre Studioalben enthielten dagegen immer viel zu viel Füllmaterial, das durch drei, vier Hitsingles nicht aufgewogen werden konnte. „Heavy Rotation“ setzt diese unschöne Tradition nicht nur fort, sondern treibt sie auf die Spitze. Würde nicht der Name Anastacia auf dem Cover prangen, niemand würde sich für diesen noch nicht mal durchschnittlichen Song-Cocktail interessieren.

Anspieltipps:

  • All fall down
  • You’ll be fine
  • The way I see it
  • Absolutely positively

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