Trivium - Shogun - Cover
Große Ansicht

Trivium Shogun


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 67 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Trivium rennen mit großen Schritten auf Metalgrößen wie Metallica und Iron Maiden zu.

Mit dem Album „Ascendancy“ haben sich Trivium 2005 einen Platz mitten im Herzen aller Metalcore-Fans erspielt und eines der besten Alben des Genres abgeliefert. Lediglich ein Jahr später meldeten sich die Jungs aus Florida mit „The Crusade“ zurück. Doch was war passiert, Sänger Matt Heafy ließ die Shoutvocals zugunsten von deutlich nach James Hettfield klingenden cleanen Stimmen beiseite und auch sonst klang das Album wie eine Huldigung an die „4 Horsemen“. Die Kritiken für das Album waren dementsprechend durchwachsen, wenngleich die CD von technischer Seite her ohne Zweifel gut gemacht war und man sich ein Album solcher Qualität all die Jahre von Metallica erhofft hatte. Mit „Shogun“ versucht die Truppe nun ein Zurückfinden auf Pfade von „Ascendancy“, ohne sich dabei zu wiederholen und ohne die durch „The Crusade“ hinzugewonnenen Fans wieder zu vergraulen. Shogun“ ist in unserer Sprache übersetzt ein militärischer Anführer und Machthaber, der auch nach der japanischen Kaiserkrone gegriffen haben soll und sich damit nicht nur das Land Japans aneignete, sondern auch den bis dahin herrschenden Kaiser aus seinem Herrschaftsgebiet verdrängte. Aha, die Krone (des Metals) wollen sich die Amerikaner also holen, ganz schön hochgesteckte Ziele für eine Band, deren Durchschnittsalter gerade einmal 22 Jahre beträgt. Wie nahe sie diesem Ziel mit dem neuen Album gekommen sind, wollen wir im Folgenden klären.

Der Opener „Kirisute Gomen“ beginnt nach kurzem cleanen Intro mit einem Trommelwirbel und darauf folgend mit schnellen Drums und dem Wiederentdecken zum einen der E-Saite als wichtigstes Utensil an der Gitarre und zum anderen der neuerlichen Verwendung der so lieb gewonnenen Shoutvocals. Allerdings kommt der Wechsel zwischen den einzelnen Parts hier ein wenig gezwungen daher, der Funke will noch nicht so recht überspringen. Das nachfolgende „Torn between Scylla and Charybdis“ lässt ebenjenen dann jedoch direkt von Beginn an zünden. Mit seiner einfallsreichen Riffstruktur, vielen Breaks und Growls so tief, wie sie Trivium noch nie hatte, überzeugt die Nummer auf ganzer Linie. „Down from the sky“ weißt deutliche Parallelen zu beiden Vorgängeralben und einen Refrain mit deutlichem Hitpotential auf. Mit „Into the mouth of hell we march“ folgt eine weitere Nummer mit eingängigem Refrain und gleichzeitig auch eine der besten Nummern des Albums.

Wer aber dachte, das dieses Niveau nicht durchgängig gehalten werden kann, der irrt sich: Das folgende „Throes of perdition“ schlägt diese Angst mit einer Mischung aus Machine Head und Metallica ganz klar in die Flucht. So zieht sich der rote Faden weiter durch das Album, wobei die Vermischung von Thrash und Metalcore überaus beeindruckend geglückt ist. So folgt ein Kracher auf den nächsten und dabei kann kein einziger Ausfall verbucht werden. Eine wirkliche Ballade gibt es allerdings diesmal nicht zu finden, was angesichts eines so guten Klassikers wie „Dying in your arms“ doch ein wenig schade ist. Dafür findet man mit „Shogun“ einen beeindruckenden beinahe zwölf Minuten langen Abschlusssong, der neben den „gewohnten“ Stilen einen cleanen Abschnitt mit einem Hauch von Country in sich birgt Der musikalische Ausflug kommt sicher nicht von ungefähr, wurde das Album doch in Nashville/Tennessee, der Heimat von Johnny Cash, aufgenommen.

Trivium haben mit „Shogun“ sicherlich noch nicht Metalgrößen wie Metallica oder Iron Maiden vom Thron gekickt. Allerdings rennen sie mit großen Schritten auf diesen zu und sind ganz heiße Anwärter darauf, diesen einmal zu besetzen und die alternde Generation in ihre wohlverdiente Rente zu schicken. Auch wirken sie auf dem neuen Album, als ob sie bei sich angekommen wären, denn das neueste Werk klingt, auch wenn die Einflüsse nicht von der Hand zu weisen sind, nicht wie Metallica oder Testament, sondern schlicht und einfach nach Trivium!

Anspieltipps:

  • Into the mouth of hell we march
  • Down from the sky
  • Of Prometheus and crucifix
  • Shogun

Neue Kritiken im Genre „Metalcore“
5/10

Ember To Inferno: Ab Initio
  • 2016    
6/10

Silence In The Snow
  • 2015    
Diskutiere über „Trivium“
comments powered by Disqus