Shwayze - Shwayze - Cover
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Shwayze Shwayze


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

MTV zeigt seit dem 23. Juli eine neue TV-Show Namens „Buzzin’“. Hauptdarsteller dieser Show sind der aus Malibu, Kalifornien stammende Aaron Smith und Cisco Adler. Inhaltlich dreht sich „Buzzin’“ um einen aufstrebenden Hip Hop Act mit erwähnten Personen, auch „Shwayze“ genannt. Dieses Duo veröffentlicht ihr erstes Album ebenfalls mit dem Namen „Shwayze“, darunter die erste bereits erfolgreiche Single „Buzzin’“. Verwirrt? Nicht schlimm. Eigentlich alles ganz simpel. Aaron Smith ist der Sunnyboy Rapper in Will Smith Manier und Cisco Adler der musizierende, langhaarige für das instrumentale und gesangliche verantwortliche Hippie. Klingt abgedroschen, daran ist aber was drann. Ob „Shwayze“ so sonnig und einladend ist wie das Cover auf dem ein schöner Sonnenuntergang unter den Palmen Malibus zu sehen ist verspricht, klärt sich 49 Minuten später. Los geht’s an den Strand.

Smith und Adler eröffnen „Shwayze“ mit dem bereits alles erklärenden „Roamin’“. Nach 3:36 Minuten kennt man den Stil von Shwayze, welcher sich auch in den weiteren elf Songs nicht ändern wird. „Roamin’“ bedient sich dabei an E-Drums, ein paar Samplern, einem im Verse rappenden Smith und einem im Refrain trällernden Adler. Nichts besonderes, aber auch nicht schlecht. „Lazy Days“ kommt etwas ruhiger daher und erinnert in Stimmung und Aufbau an einen Jack Johnson Song. Ganz so gut wie der Altmeister ist Shwayze dabei leider, man möge es ihnen verzeihen, nicht. Dennoch kann „Lazy Days“ durch seine sehr eingängige Akustikgitarre und den entspannenden Lines überzeugen. Mit „Corona And Lime“ folgt Shwayzes zweite Single. Wie das mexikanische Kultgetränk wirkt auch die Grundstimmung bekannt, ohne dabei besonders kreativ zu werden. Wenn dann auch noch der Refrain kurzerhand als metaphorische Anspielung an Bier und Limone missbraucht wird („Baby will you be my corona and lime / And I will be your main squeeze“), kann man mit dem Vergleich trotz abgedroschenem Text gut leben.

Mit ihrer ersten Single „Buzzin’“ folgt ein weiterer starker Ohrwurm. Aber spätestens mit „Don’t Be Shy“ geht der Ärger los. Mögen sie zunächst nicht besonders negativ aufgefallen sein, spätestens hier stößt es dem halbwegs erfahrenen Ohr sauer auf: Die E-Drums. Unverständlich wie man so billig und blechern klingende E-Drums produzieren kann. Ist es denn zu viel verlangt für einen solchen Release, Drums auf einem Schlagzeug einspielen zu lassen? Wohl nicht. Noch unverständlicher daran ist dass dies bei Geffen niemandem aufgefallen zu sein scheint. Als wäre es nicht schlimm genug dass es bei „Hollywood“ in Folge an selber Stelle weiter geht, setzt es sogar noch einen drauf. Was da aus dem Synthesizer kommt könnte jeder Hobbymusiker auch aus seinem Musikprogramm pressen. Setzen sechs!

Aber genug geschimpft. Nach dem nicht weiter erwähnenswerten „Polaroid“, folgt zu „Shwayzes“ Rettung mit „James Brown is Dead“ der Hochpunkt der 12 Songs. Zunächst löblich eine Hommage an James Brown zu schreiben („The Man on the radio said / James Brown is dead. / Godfather of soul, lays in his bed/ Have you heard what the kids are listening to?”), ist auch instrumental diesmal nichts auszusetzen. In Sachen Stimmung und Tiefgang setzt sich der Song weit von den anderen elf Songs ab. Über das lethargische „Lost My Mind“ geht es über stimmige Lines zu „Mary Jane“. Zusammen mit dem ehemaligen Red Hot Chili Pepper Dave Navarro, beendet „Flashlight“ mit schwachem Text, aber guten Drums und facettenreicher Gitarre (wen wundert’s mit Dave Navarro) ein sonniges aber oberflächliches Album.

Eigentlich Schade. Die Kombination aus Sonne, Strand, HipHop, Gitarre, Gesang und Rap hätte viel Potenzial gehabt. Leider können Shwayze aber nur streckenweise an dieses Potenzial anknöpfen. Smiths Rap Lines wirken stellenweise unausgereift und hinkend, Adlers Gesang erscheint manchmal dünn und Abwechslung ist allgemein etwas rar gesät. Für ein Debütalbum kann man mit „Shwayze“ sicherlich leben. Vielleicht können Smith und Adler das nächste Mal mehr überzeugen.

Anspieltipps:

  • Corona And Lime
  • Buzzin’
  • James Brown Is Dead

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