Madison Violet - Caravan - Cover
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Madison Violet Caravan


  • Label: India/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die jungen Damen wechseln sich mit dem Gesang ab und verzichten größtenteils auf Studio-Schnickschnack.

Gänzlich unspektakulären Singer/Songwriter-Folk-Pop bekommen wir von dem Mädchen-Duo Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac alias Madison Violet aus Toronto in Kanada vorgesetzt. Vor vier Jahren erschien in ihrer Heimat das Debütalbum „Worry The Jury“ (damals noch unter dem alten Bandnamen Madviolet), dem jetzt mit „Caravan“ ein Nachfolger an die Seite gestellt wird.

Richtig funktionieren will dieser leider nicht. Dabei sind die Grundzutaten gar nicht übel. Die Songs sind durchweg handgemacht, sparsam instrumentiert (akustische Gitarren, Geigen, Drums, Bass) und trotzdem mit einer leichten Prise Pop ausgestattet, so dass eine gewisse Eingängigkeit durchaus vorhanden ist. Die jungen Damen wechseln sich zudem mit dem Gesang ab, verzichten größtenteils auf Studio-Schnickschnack und greifen bei ihrer Backing Band auf versierte Musiker zurück, die bereits mit Künstlern wie den Hothouse Flowers, Indigo Girls, Michelle Shocked, Teenage Fanclub, Damien Dempsey und der Willard Grant Conspiracy zusammengearbeitet haben.

Mit Ron Sexsmith (!) konnte sogar für drei Songs ein schwer gepriesener Co-Songwriter verpflichtet werden und mit Produzent John Reynolds (u.a. U2, Indigo Girls, Boyzone, Sinead O’Connor) sitzt nicht irgendwer, sondern ein erfahrener Mann hinter dem Mischpult. Trotzdem ist das Ergebnis in seiner Gesamtheit am Ende zu brav, mit zu wenig Abwechslung ausgestattet und deshalb nur durchschnittlich. Obwohl hier jede Menge herausragende Musiker am Werk sind, langweilt „Caravan“ mit altbackenem Country- und Folk-Pop, der nur selten aus dem Quark kommt („Never saw the ending“) oder wirklich tief berührt („Stone cold sober“). Das ist schade, denn Talent haben die Mädels ohne Zweifel. Inzwischen arbeitet das Duo an seinem dritten Album. Hoffen wir, dass es dann mit etwas mehr Schwung und Tiefe aus dem aus dem Country- und Folk-Sumpf zieht.

Anspieltipps:

  • Prayed
  • Sore heart
  • Thievin’ love
  • Worry the jury
  • Stone cold sober

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