Luxuslärm - 1000 KM Bis Zum Meer - Cover
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Luxuslärm 1000 KM Bis Zum Meer


  • Label: Die Opposition/Intergroove
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Luxuslärm heißt seichter Durchschnitts-Pop-Rock zum Mitsingen und nebenbei Hören.

Man gebe jeweils zu gleichen Teilen etwas Silbermond und Rosenstolz in einen Topf und koche unter Rühren kurz kräftig auf. Nach Abkühlung richte man das Gericht auf einem kleinen Teller an und garniere es noch mit einer Prise Christina Stürmer. Heraus kommt Luxuslärm, eine fünfköpfige Band aus Iserlohn. Gegründet wurde die Formation 2004, jedoch zunächst unter dem Namen Blue Cinnamon als Coverband. Götz von Sydow, ihr späterer Produzent, bestärkte sie, nachdem er die Truppe um Sängerin Janine Meyer 2005 live gesehen hatte, darin es mit eigenen Liedern zu versuchen. Mit eigenen Songs im Gepäck und dem zu deutschen Texten passenderen neuen Namen Luxuslärm begannen sie auf vielen Band-Contests und als Vorband Live-Erfahrungen zu sammeln und sich einen Namen zu machen. Und nachdem die Band mit dem Sieg des Nordrheinwestfahler Wettbewerbs „Rock it“ 2007 mit Erfolg gekrönt wurde begaben sie sich mit ihrem Produzenten ins Studio. Dabei herausgekommen ist das nun veröffentlichte Debüt „1000 km bis zum Meer“.

Doch wie schon zu Beginn angedeutet strotzt das Produkt der Band nicht gerade vor Originalität. Und sofort stellt sich die Frage, wie viele Bands dieser Art Deutschland noch verkraften kann. Denn gewartet hat die in der Richtung gesättigte Bevölkerung sicherlich nicht auf die vier Männer und die Dame in der Mitte. Mit „Solang es noch geht“ wird der musikalische Reigen eröffnet. Das Stück ist eine Mid-Temponummer, welche so auch gut auf ein Christina Stürmer-Album gepasst hätte. Genau das gleiche kann man über die Single „1000 km bis zum Meer“ sagen, nur Christina Stürmer müsste durch Rosenstolz ersetzt werden. Eine herausstechende Nummer jedoch ist „Unsterblich“. Die Ballade zeigt vor allem eines: Sängerin Janine beherrscht ihr Instrument wirklich gut, denn bei dem Lied muss sie sich in einem großen Tonumfang behaupten und meistert das mit Bravour. Auch die übrigen Mitglieder wissen mit ihren Instrumenten umzugehen. Das macht aber die Songs trotzdem nicht einfallsreicher. Sei es das Silbermond-artige „Hier bin ich“ oder das erschreckend treffende „Soll das etwa alles sein?“ Erfrischend anders kommt da die von Reggae angehauchte Nummer „Ja ja“ daher, die sowohl an ein Album, als auch musikalisch an die Berliner Band Mutabor erinnert. Nach dieser Erfrischung läuft das Album bis zum Ende so weiter wie es begonnen hat: Auf der gemütlichen Rock und Pop Schiene.

Luxuslärm heißt seichter Durchschnitts-Pop-Rock zum Mitsingen und nebenbei Hören. Für einen Aufschrei sorgt die Musik allerdings nicht, denn dafür ist sie einfach zu flach und auch die pseudointellektuellen Texte können leider nicht viel reißen. Einen kleinen Fankreis hat sich die Truppe schon erspielen können. Und genau hier liegt die Chance für die Nordrheinwestfahler Combo. Alle übrigen Freunde der oben genannten Bands sollten sich aber ebenfalls einen Moment Zeit für die Truppe nehmen, denn in ihrem zugegebenermaßen engen Horizont ist die Band nicht unbedingt die schlechteste.

Anspieltipps:

  • Unsterblich
  • Ja ja
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