All Ends - All Ends - Cover
Große Ansicht

All Ends All Ends


  • Label: Gun/SonyBMG
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Man meint ja immer, Klischees und Stereotypen sind eine böse Erfindung der Medien und/oder jenen die den Mainstream oder ewig Gleiches verabscheuen. Stimmt anscheinend nicht ganz, denn Vieles kann man nun einmal pauschal sagen (Ausnahmen bestätigen die Regel, heißt es ja). Sobald auch nur die ersten Riffs der Sweden-Connection „All Ends“ aus den Boxen, Kopfhörern oder woraus auch immer tönen und dröhnen, ist ihre Nationalität automatisch auf Norwegen, Schweden und Finnland begrenzt. Tinna Karlsdotter und Emma Gelotte (Gesang) verraten dank der wie üblich exzellenten englischen Aussprache tonal nichts von ihrer Nationalität, doch die schmetternden Klangebenen, die Fredrik Johansson und Peter Mardklint (Gitarre) und Schlagzeuger Joseph Skansas erschaffen, sind ohne Zweifel nordisch angehaucht. Und mal ganz im Ernst: Wer würde nicht auf Schweden tippen?

Passend zu den kräftigen, manchmal aber auch sanften und immer klaren Stimmen der Frontfrauen fallen die Gitarren nie zu hart aus und auch das Schlagzeug hält sich dezent zurück und fällt nicht in Schwindel erregendes Soli-Gekloppe aus. Ein solider und bodenständiger Mix, der durch die vielen Vorbilder im eigenen Land genug Inspiration und genug eigene Erfahrung für ein eigenes Album haben sollte. Als letzter Sicherheitsfaktor wird dann noch Christian Wolff (u.a. Within Temptation) als Produzent mit ins Studio genommen. Da fragt man sich, ob es nicht der Normalität und Professionalität zu viel wird.

Gleich der Anfang lässt das kritische Ohr wach werden. „Das hab ich doch schon mal irgendwo gehört?“ ist so der obligatorische Satz, der sich aus dem Hinterkopf bis zur Sprechröhre vorzuarbeiten versucht und schlussendlich wird er es bei einigen Hörern tun. Wer das nicht ganz so kritisch sieht, dem werden beinahe durchgängig so griffige und schnell ins Ohr gehende Melodien geliefert wie in der Eröffnung. Da wird mit der Geschwindigkeit variiert, der Gesang mal mehr, mal weniger in den Vordergrund gestellt und schon hat man 15 mehr oder (meist) weniger unterschiedliche Stücke zusammen, die einen Langspieler wie aus einem Guss ergeben. Das kann jetzt auch wieder gut und genauso kann es schlecht verstanden werden.

Jeder kann sich ein Lieblingslied herauspicken und es ist egal welches, da die Songs sich insgesamt auf einem Level präsentieren. Klar gibt es kleine Höhepunkte, die sich in ausgefeilten Riffs widerspiegeln, das Gesamtbild ist aber mehr als homogen. Sei es eines der ruhigen Lieder oder eines welches die Hard Rock Wurzeln kaum mehr zu verbergen mag. Kein Lied ist ein Aussetzer und der ein oder andere Song bietet sich bestimmt als Langzeitliebling an. So ein Album lässt sich doch sehen.

Anspieltipps:

  • Ready To Go Back
  • Walk Away
  • First Time

Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „All Ends“
comments powered by Disqus