Pure Inc. - Parasites and Worms - Cover
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Pure Inc. Parasites and Worms


  • Label: Dockyard 1/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Durchschlagskraft und der bleibende Eindruck einer Band steht und fällt mit dem Mann bzw. der Frau hinter dem Mikrophon. Gitarre, Bass und Schlagzeug können noch so technisch versierte Soli, Leads, Riffs und Taktwechsel vorweisen, wenn die Stimme hinter der Band mit einem ausdruckslosen Organ gesegnet ist, hilft alles nichts. Die Schweizer Formation Pain Inc. war in dieser Hinsicht schon seit dem selbstbetiteltem Debüt vor vier Jahren auf der sicheren Seite. Gianni Pontillo, beim Line Up auf dem Pressezettel schlicht als „The throat“ bezeichnet, verfügt definitiv über ein Volumen, das den Mix aus dem Grunge von Soundgarden und dem staubtrockenen Bluesrock einer Band wie Led Zeppelin mühelos auf ein ganz anderes Niveau hebt als es nach den paar Takten des Openers „The end“ den Anschein hat.

Zeitweise changiert Pontillo zwischen gepressten Vocals und höheren Schreien, dass es eine wahre Freude ist, die gesamte Aufmerksamkeit nur seiner Performance zu widmen. Gepaart mit den schweren Riffs von Sandro Pellegrini und der souveränen Darbietung von Bassist Ueli Hofstetter und Drummer Dave Preissel wirft der dritte Longplayer des Basler Acts mehrere Granaten ab, die live mit Sicherheit abgehen wie eine komplette Panzerdivision, die gerade über ein Schlachtfeld brettert. Dummerweise sind die unablässigen Sturm- und Dranggebärden der Instrumente nicht förderlich für den Gesamteindruck der Platte, wodurch auf Dauer gesehen vor allem im hinteren Teil der Platte Ermüdungserscheinungen auftreten.

Trotzdem bleiben Pure Inc. in der zweiten Hälfte auf überdurchschnittlichem Niveau, selbst wenn die Abgrenzung zu ähnlich gelagerten, alternativ rockenden Bands schwerer wird und der schmale Grat zwischen Beliebigkeit und eigenständigem Sound stark verschwimmt. Höhepunkte sind jedenfalls das fabelhafte „Serenade of aggression“ und die Halbballade „Carrie´s alone“, in denen Gianni seine Stärken besonders gut zum Ausdruck bringt und dabei klingt wie eine Mischung aus Glenn Hughes in seinen besten Tagen und der rauen Coolness eines Chris Cornell (Soundgarden, Audioslave). Alles in allem also ein solides Werk mit einem herausragenden Sänger, das auf jeden Fall eine Chance verdient, gehört zu werden.

Anspieltipps:

  • Carrie´s Alone
  • Won´t Get Back
  • Serenade Of Aggression

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