Mark Wills - Familiar Stranger - Cover
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Mark Wills Familiar Stranger


  • Label: AGR Television/Universal
  • Laufzeit: 50 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass Country the new Pop ist, wissen wir nicht erst seit Bon Jovi und Jessica Simpson auf dieses Pferd umgesattelt haben. Mit Garth Brooks, Keith Urban, Shania Twain, Tim McGraw, Kenny Chesney und den Dixie Chicks (um nur ein paar zu nennen) haben bereits vorher dem Country-Lager entstammende Künstler den erfolgreichen Einzug in die Popwelt gefunden. Genau dorthin möchte auch ein gewisser Mark Wills aus Cleveland, Tennessee, denn bisher fand der 35-Jährige nur in den US-Country-Charts so richtig statt. Acht Top-10-Hits sind allerdings nicht zu verachten. Respekt!

Seit 1996 veröffentlicht Wills Alben, zuerst beim Major Mercury/Universal, wo er sechs Stück herausbrachte, jetzt ist er bei dem deutschen Mini-Label AGR Television Records unter Vertrag. Damit backt der Country-Sänger natürlich wesentlich kleinere Brötchen, was man allein daran festmachen kann, dass sein neues Werk „Familiar Stranger“, nachdem der Release dreimal verschoben wurde, in den USA noch gar nicht erschienen, dafür aber in der, ähem, Country-Hochburg Deutschland bereits zu kaufen ist. Na ja, warum nicht mal in dieser Reihenfolge?!

Ausnahmslos jeder Song – egal ob Ballade, Country-Rocker oder Popsong – springt den Hörer sofort an: Hallo, ich bin ein Hit! Die Produktion ist knallig und fett, die Refrains gehen wie klebrig-süßer Honig ins Ohr und Mark Wills Stimme ist wirklich famos. Da kann doch gar nichts schief gehen. Oder doch? Leider ja! Denn „Familiar Stranger“ ist wie eine große Sahnetorte, die der Hörer komplett und ganz allein verdrücken muss. Irgendwie typisch amerikanisch. Alles ist im Überfluss vorhanden und wird so lange in sich oder andere hineingestopft, bis die Schwarte kracht. Dass dabei nicht unwichtige Dinge wie Gefühl, Atmosphäre und Inspiration – um zurück auf das Album zu kommen – auf der Strecke bleiben, ist bitter.

Schon oft hat sich gezeigt, dass Country und Pop hervorragend zueinander passen. Doch von der Art, wie Mark Wills diese Stilverbindung interpretiert, wird der geneigte Hörer schlicht und ergreifend erschlagen. Der 35-Jährige holt mit der großen Melodien- und Pathos-Keule aus und landet damit einen Volltreffer in negativer Hinsicht: 14 Songs, keimfrei und abwaschbar, weil emotional wirksam wie eine dicke Schicht Teflon.

Anspieltipps:

  • Panama city
  • All I do is crap
  • Days of thunder
  • The things we forget
  • Rednecks anonymous

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