Jimmy Barnes - Out In The Blue - Cover
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Jimmy Barnes Out In The Blue


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Den Preis für das am meisten abschreckende Cover hat Jimmy Barnes zwar noch nicht in der Tasche, aber er ist auf einem guten Weg dahin. Wir sehen es mal als Schaubild auf weibliche Künstlerinnen, deren Posen auf dem Frontbild noch das Interessanteste am Album sind. Barnes verhilft einem aber ungewollt sofort zur Sache zu kommen. Der Australier röhrt und singt sich schon seit über 30 Jahren durch das Outback, der letzte große Erfolg wollte sich aber international nie einstellen. „Out In The Blue“ ist dafür in seiner Heimat gleich wieder auf die #1 geklettert und damit ist der gute Mann bestimmt zufrieden. Vielleicht liegt es daran, dass Barnes seine immer noch kantige Stimme zu neuen, melodischeren, softeren Tönen einsetzt.

Gleich „I Can’t Tell You Why“ hat etwas von typischem Country-Rock. Schon hier wird das Mid-Tempo, welches das Album beherrscht, erkennbar. Nur im Refrain meint man zu hören, dass der Herr mittleren Alters auch anders kann. Wollen tut er aber diesmal nicht. Sei es das hymnisch rockige (der Countryx bleibt erhalten) Titellied oder das etwas Bluesige „You From Me“. Alles sehr feine Country-Ware für Liebhaber. Gewiss offenbart sich hier noch kein Meisterstück, doch immerhin gute Unterhaltung. Auch bei Balladen versucht Jimmy Barnes gut auszusehen und wahrlich ist „Blue Hotel“ eine schöne Nummer, irgendwo zwischen Pop und Gospel, die knapp am Kitsch vorbeischrammt.

Der erste richtige Höhepunkt ist – wie so oft auf solchen Alben – ein Duett, das gleich an Vielschichtigkeit zulegen kann, wenn auch nicht um sehr viel, so ist „When Two Hearts Collide“ doch der stärkste Song bis dato. Dass Barnes auch besser rocken kann, als sich dem Country zu widmen beweist er dann gleich im Anschluss in „Red Lights“. Hier versucht er nicht in ein Genre reinzurutschen, sondern macht einfach sein eigenes Ding. Daran haben er und der Hörer dann richtig Spaß. „Everything Is Changing“ versucht sich dann wieder dem Blues anzunähern, was zwar gelingt (dafür hat der Mann genug Erfahrung), nur nicht wirklich Energie ausstrahlt. Genau wie das folgende „Better Off Alone“ fehlt hier und da die Kante, die das Stück interessant macht. Und auch „Water Wash All Over Me“ kann sich dieser Fesseln nicht entledigen.

Zum Glück kommt dann „I’m Surprised“ was zwar nicht wirklich überrascht, dafür wieder trockener klingt. Im Entfernten an das Outback erinnert und einen wieder gerne an der Musik Teil haben lässt. Mit „Losing You“ schließt sich schon jetzt der Kreis der Albums, denn wir sind wieder beim Stil angekommen, der dieses Album eröffnet hat. Das ist auch jetzt schon nötig, denn mit „Forgiveness“ greift Barnes noch mal tief in die Taschen. Elektroeinschübe, Krischnasounds und der Gospelchor sind zurückgekehrt. Dann noch ein unwiderstehlicher Drumbeat und die akzentuierte Country-Gitarre und das alles ohne eine Riesenbombasten zu erschaffen, sondern einfach nur ein richtig schönes Finale, das die Ausfälle auf der Mittelstrecke vergessen lässt. Somit ist „Out In The Blue“ eine Empfehlung für Jimmy Barnes Fans und Fans des Country-Rock.

Anspieltipps:

  • Out In The Blue
  • Red Light
  • Hotel Blue
  • Forgiveness

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