Spillsbury - Auf Zum Atem - Cover
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Spillsbury Auf Zum Atem


  • Label: Raboisen/INDIGO
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Früher war alles besser!“, blökt es wieder aus irgendeiner Ecke und der Künstler und auch der Hörer müssen sich fragen, warum CDs immer kürzer werden, und immer seltener von richtigen Klassikern gesprochen wird. Nur zum Vergleich: Das neue Metallica-Album bringt auch nur 10 Tracks mit und dennoch ist eine doppelt so lange Laufzeit vorhanden, als bei dem Hamburger Duo „Spillsbury“. In der Kürze liegt die Würze mag man denken und so ist es ja öfters auch, nur ist eine halbe Stunde doch sehr wenig, wenn die Musik nicht zündet und da steht grad eine deutsche Produktion unter der Aufsicht von sehr kritischen Ohren. Noch dazu ist Elektro-Pop einer weitestgehend unbekannten Band nicht mit einer Gruppe von Altrockern, die längst Kultstatus erreicht haben, zu vergleichen. Also tun wir das auch nicht und hören einfach rein. Ganz unbefangen und möglichst objektiv.

Und tatsächlich gewöhnt man sich sehr schnell an den tiefen, rauen Elektroklang den Zoe Meißner und Tobias Asche erschaffen. Diese Grundstimmung ist auch von Nöten, denn was hier serviert wird, ist alles, aber keine Sonnenscheinstimmung. Oft verschlüsselt und doch knallhart direkt für jene, die interpretieren wollen stürzt sich gleich „Hubschrauber“ auf den Hörer, welches mit Ohrwurmrefrain aufwartet und auch das folgende „Bitte Bitte Bitte“. Spätestens mit der Single „Lass Mich“ ist man dann in Spillsburys Welt angekommen und wer die Elektroeinwürfe mag, hat bisher durchaus Freude. Obwohl die Musik ja alles außer Freude ausdrückt, aber das treibende Element, welches sich auch in „Ich kann Alles“ wieder hervortritt. Allein die ewig gleiche Stimmung der Sänger wirkt nicht sehr originell, wenn auch noch nicht eintönig, dafür ist das Songwriting doch zu interessant. Wie schon auf dem Vorgänger bleibt dieser Faktor ein großes Plus.

„Sturzflug“ ist der erste kleine Bremser. Ein kleiner Grammatiknerver im Refrain und das erste Anzeichen von Eintönigkeit stören den bisher so guten Eindruck und auch „Es Ist Egal“ begeistert auf musikalischer Ebene nicht so sehr wie auf textlicher. Das alles versucht „Grau“ wieder wettzumachen und das gelingt dank der Steigerung während des Songs wie in den ersten Tracks schon ganz gut. Wirklich knallen will das Album aber erst wieder zum Ende, wenn „Irrsinn“ und „Lange Leine“ kraftvoll - und mit genug Pathos für ein ganzes Album bestrichen – das Album beenden und auch wenn zwischendurch Schwächen auszumachen sind, macht Zoe Meißner in Zusammenarbeit mit Tobias Asche richtig Spaß. Man hört gern und konzentriert zu und auch wenn etwas mehr Farbe gut getan hätte und das Album so gewollt „Grau“ ist, ist Spillsbury wieder ein guter Wurf gelungen.

Anspieltipps:

  • Hubschrauber
  • Lass Mich
  • Lange Leine

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