Jem - Down To Earth - Cover
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Jem Down To Earth


  • Label: Dramatico/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Raus aus dem Schatten der Rivalin und das ganz ohne das Album „Second Chance“ zu nennen. Jem ist zurück und guter Dinge nach „Finally Woken“, welches phasenweise doch zu stark an Dido erinnerte, mit „Down To Earth“ ein eigenständigeres Stück Musik herauszubringen. Dass ihre Musik auf jeden Fall massentauglich ist, beweisen die vielen angesagten Hollywood-Serien, in welchen ihre Songs Verwendung finden. Spätestens „It’s Amazing“ im „Sex And the City“-Film müsste doch ein Gewinngarant sein.

Wirklich entscheiden sollte aber nicht Popularität, sondern das, was die Frau auf der Platte hat. Und das fängt mit eben dem Titeltrack gar nicht schlecht an. „Down To Earth“ besticht durch eine Sogkraft, die besonders von Jems Stimme ausgeht. Die Waliserin weiß nun einmal, wie sie ihr Stimmorgan einzusetzen hat. Dazu setzt sie auf den klugen Schachzug, die Musik um ausländische Elemente zu erweitern, wie in diesem Fall die südländische Gitarre und der Rhythmus. Dass diesmal mehr experimentiert wurde, zumindest was die Wahl der Instrumente angeht, beweist dann auch gleich das folgende „Crazy“, dass eine Funkpopnummer ist, die sich durch ein Banjo unterstützen lässt. Auch eine interessante Idee. Bisher möchte man doch glatt meinen, dass Jem die Nase vorn hat im Vergleich mit Dido. Aber das soll ja eben kein Wettstreit, sondern ein Stück für sich sein. Trotzdem folgt Jem der Fremdkultureinwirkungsschiene noch in „I Want You To…“, das vor kubanischen Bläsern nur so strotzt.

Die Vorab-Single „It’s Amazing“ ist dagegen überraschend normal ausgefallen. Ein Ohrwurm, der sich besonders als Handyklingelton gut verkaufen lässt, aber die große Hymne für die Heimanlage ist es nicht unbedingt. Solides Pop-Handwerk, mehr aber auch nicht. Warum sie nicht mehr im Bereich des Trip-Hop tut, der weitaus interessanter wäre, weiß wohl nur sie selbst und die Produzenten natürlich. „Keep On Walking“ geht zumindest wieder einen Schritt in Richtung dieses Genres. Ab jetzt beginnt schon die Suche nach richtig guter Musik, denn nun sammeln sich die Balladen an, die nicht wirklich durch Vielfältigkeit auffallen, so wird viel Massenware angeboten („You Will Make It“, „Got It Good“, „And So I Pray“), die aber jetzt schon garantiert die „Lieblingslieder“ der Radiohörer sein werden. Dieses System bleibt wohl auf ewig ein Rätsel.

Es gibt aber auch noch ein paar Ausreißer und da ist besonders „Aciiid!“ herauszuheben. Eine Partyclubnummer, die wie aus dem Nichts auftaucht und nicht wenige Hörer verstören wird. Es erinnert ein wenig an Beyoncés „Single Ladies“ auf ihrem auch sehr ruhigen Album. Die Nummer ist zwar kurzweilig und eine völlige Abwechslung, aber so richtig ziehen mag die Nummer nicht. Die ganz große Ballade kommt dann zum Schluss. Jene, die einige Leute auch ruhig faszinieren darf, erinnert dann aber natürlich wieder in höchstem Maße an Dido. Nicht deswegen, doch trotz alledem ist das Projekt der Verbesserung nicht gelungen

Anspieltipps:

  • Down To Earth
  • Crazy
  • On Top Of The World

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